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Auf der Suche nach dem transgenen Golfplatz

Golfen ist ein beliebter Sport. Seine Anhänger rühmen die Ruhe im Grünen, die konzentrierte Atmosphäre, die wohltuende Wirkung auf Körper und Geist.

Der Golfsport hat aber auch viele Gegner. Auch diese mögen gerne die Natur, eine ruhige Umgebung und leben in der Regel auch gesundheitsbewusst. Sie sagen, dass man für all das keinen Golfplatz braucht, weil es die Natur ohnehin schon gibt. Sie sagen, man müsse Natur nicht anlegen und mit Millionen Litern Wasser versorgen.

Dies ist der Haken, zumindest an der spanischen Mittelmeerküste, wo das Wasser knapp ist. Rund 24 Golfplätze gibt es derzeit im Land Valencia, die Hälfte davon in der Provinz Alicante. Zusammen verbrauchen diese Plätze laut der Tageszeitung Información so viel Wasser wie eine Stadt mit rund 250.000 Einwohnern. Das ist viel. Eigentlich sollten die Golfanlagen mit Brauchwasser aus Kläranlagen gewässert werden, aber vielen Greenkeepern und Golffreunden ist dies zu schmutzig und salzig - sie wässern vor allem ihre gepflegten "Greens" mit Trinkwasser. Gesetzeslücken und laxe Kontrollen machen es möglich.

Statt Golf zu verbieten und damit eine touristische Attraktion zu verlieren, die in Zukunft immer wichtiger werden könnte, setzt man in Spanien auf den Fortschritt. Wie die Zeitung weiter berichtet, forschen Chemiker und Biologen des Consejo Superior de Investgaciones Científicas (CSIC) im öffentlichen Auftrag nach Rasensorten, die salzhaltiges Wasser verwerten können.

Die Forscher wollen dabei die genetischen Strukturen entdecken und nutzen, die Pflanzen widerstandsfähiger machen oder auch mit weniger Wasser auskommen lassen. Die Anwendungsgebiete für solche Forschungen sind unbegrenzt:

Grundsätzlich können auch Reis, Soja und alle anderen Pflanzen mit Salzwasser bewässert werden - vorausgesetzt, man entschlüsselt ihre jeweilige genetische Struktur und kann die Pflanze genetisch verändern.

Neue Nispero-Sorte: Vorteile für Bauern und Verbraucher

Dass es auch ohne transgene Veränderungen geht, zeigten jüngst die Forscher am Instituto Valenciano de Investigaciones Agrarias (IVIA) in Valencia. Ihnen gelang die Züchtung einer neuen Nispero-Sorte, die unemfindlicher gegen Schädlinge und Fleckenbildung als die bisherigen Sorten ist. 90 Prozent der Nisperos, die im Land Valencia angebaut werden, gehören zur Sorte "Algerie".

Die genetische Verbesserung des neuen Nispero-"Hybriden" schließt auch ein, die Erntezeit zu beeinflussen. Es gibt Variationen, die früher oder später reifen. Die Forscher erhoffen sich davon Vorteile für Bauern und Verbraucher - der Zeitraum, in der die Nisperos geerntet und genossen werden können, wird größer. Um diese genetischen Verbesserungen zu erreichen, kreuzten die Forscher insgesamt 126 Nispero-Sorten aus acht Ländern.

Mit den neuen Hybriden könnte man verhindern, dass heftige Regenfälle im April Millionen Kilos der Früchte beschädigen und für den Handel unbrauchbar machen - wie in diesem Jahr geschehen. Statt einer Rekordernte, wie noch Anfang März erhofft, mussten die Bauern in Altea und Callosa zuschauen, wie rund sieben Millionen Kilo Nisperos an den Bäumen verfaulten.


Datum:
03.03.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
www.flickr.com/ ACME Nollmeyer
 

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Suchbegriffe: Golf, Salzwasser, Hybride, Nisperos, Valencia


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