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Runter vom Handtuch, rein ins sportliche Treiben

Von wegen faul in der Sonne herumliegen und allenfalls beim Handtuchkrieg oder an der Bar aktiv werden: Wer seinen Urlaub gerne sportlich verbringt, ist in Spanien an der richtigen Adresse. 

Dabei spielt es keine Rolle, ob lieber gegolft, gesegelt, getaucht, gewandert, geradelt oder geflogen wird. In Spanien gibt es fast nichts, das dem Sportler unmöglich ist.

Aktiv auf, unter oder im Wasser

 Allen voran können sich die Wassersportfreunde an Spaniens Küsten ausleben. Als Mekka für Wind- und Kitesurfer gilt nach wie vor Europas südlichster Zipfel mit Blick auf den afrikanischen Kontinent: In Tarifa, wo atlantischer Ozean und Mittelmeer aufeinander treffen, herrscht fast nie Flaute. Die Straße von Gibraltar wirkt wie eine Düse und beschleunigt den Wind noch zusätzlich. Ebenfalls beliebt sind die Kanarischen Inseln, besonders Fuerteventura. Der Norden der Insel ist allerdings eher für Könner als für Einsteiger geeignet. Wenn es noch so etwas wie Geheimtipps gibt, gehört die Costa de la Muerte in Galicien dazu. An der nordwestlichsten Ecke Spaniens bekommt es der Surfer mit starken Winden und hohen Wellen zu tun. Wellenreiter dürften sich an der gesamten nordspanischen Altlantik-Küste wie zu Hause fühlen. Von San Sebastian über Santander bis zur portugiesischen Grenze finden sie über 50 kleine Strände. Wer es nicht ganz so stürmisch und rauh mag, ist zum Beispiel an den Mittelmeerstränden von Mallorca gut aufgehoben. Einsteiger können an vielen Stränden Surf-Kurse belegen.

Aber nicht nur über, sondern auch unter der Wasseroberfläche kann man etwas erleben. Getaucht wird entlang der gesamten Küste Spaniens, sowohl im Atlantik als auch im Mittelmeer. Beliebte Tauchgebiete liegen in den Buchten der Costa Brava, Costa Blanca und Costa del Sol sowie an der Kantabrischen Küste. Interessant sind ebenso die kanarischen Inseln, vor allem die steilen Riffs von Fuerteventura oder die Küste von El Hierro. Mallorca mit seinen kleinen Buchten und den steil abfallenden Felswänden hat ebenfalls ein besonderes Tiefen-Erlebnis zu bieten.

Segeln und Spanien gehören zusammen. Das sehen auch die Profis dieses Sports so und treffen sich in Valencia zum America´s Cup, die berühmteste und älteste Regatta der Welt. Hobbysegler können es den Meistern an fast allen Küsten Spaniens gleich tun. Am liebsten tun sie es allerdings vor Mallorca. Die Insel liegt voll im Trend. Für viele ist der jährliche Mallorca-Törn zum festen Ritual geworden. Das Geheimnis des Eilands: die Vielfalt. Es gibt immer wieder etwas neues zu entdecken. Der maritime Flair lässt sich aber genauso gut mit festem Boden unter den Füßen erleben – zum Beispiel mit einem Spaziergang über den Paseo Marítimo in Palma de Mallorca. Im Hafen der Stadt bekommt der Besucher zuweilen die Luxusyachten von Microsoft-Cheft Bill Gates oder einem reichen Ölscheich aus Saudi-Arabien zu sehen.

Mit Schläger, Rad, zu Fuß oder auf vier Pfoten

Mallorca scheint eine große Anziehungskraft auf Prominente aus Sport, Wirtschaft und Show auszuüben. Und fast alle treffen sich bei ihrem Lieblingssport, dem Golfspielen. So organisiert zum Beispiel Franz Beckenbauer regelmäßig Benefiz-Turniere zu Gunsten seiner Stiftung für bedürftige Menschen auf dem Golfplatz von Andratx. Ehrenmitglieder des Clubs sind unter anderen Claudia Schiffer und Boris Becker, der öfter seinen Schläger mit Blick auf das Meer schwingt. Insgesamt stehen den Golfern 19 Anlagen auf Mallorca zur Verfügung, drei neue werden bald eingeweiht, weitere sind bereits in Planung. Golfen gehört auf Mallorca wohl einfach dazu. Dennoch: Noch zählt die Costa del Sol zu den ersten Golf-Adressen weltweit. Nicht umsonst wird die Costa del Sol auch Costa del Golf genannt. So ist zum Beispiel der Golfclub Valderrama in Sotogrande einer der bekanntesten Plätze Europas. Hier wird traditionell das hochdotierte Abschlussturnier der PGA European Tour ausgetragen. 1997 war Valderrama Schauplatz des Ryder Cup, das prestigeträchtigste Turnier der Welt, bei dem die besten Golfer Europas gegen die Auswahl der Vereinigten Staaten antreten. Aber auch die Region Murcia, wo viele neue Plätze entstanden sind, hat dem Golfer etwas zu bieten – zum Beispiel "Desert Spring" – der einzige Wüstengolfplatz Europas. In dieser Gegend wurde übrigens auch der Western "Spiel mir das Lied vom Tod" gedreht.

Tauschen wir den Golf- gegen den Tennisschläger ein. In Spanien ist das kein Problem. Die Sportart ist äußerst beliebt, dank sei Tennis-Held Rafael Nadal. Der Mallorquiner steht derzeit auf Rang zwei in der Weltrangliste. Der Tennis-Urlauber findet in fast jeder größeren Hotelanlage die Möglichkeit, seinem Sport nachzugehen – nicht nur auf Mallorca.

Spanien ist für die Radprofis ein zweites Zuhause, sowohl für Renn- als auch für Mountainbike-Fahrer. Fast alle professionellen Radteams bereiten sich Anfang des Jahres an den Mittelmeerküsten vor. Das deutsche T-Mobile-Team bevorzugt Mallorca, während andere Mannschaften zum Beispiel vom Hinterland der Costa Blanca schwärmen. Es ist nicht nur das angenehme Klima, wenn es in der Heimat noch klirrend kalt ist, auch die Vielfalt an Strecken macht Spanien für Radfahrer so attraktiv. Sie können auf langen ebenen Wegen Kilometer schrubben oder sich in den Bergen quälen. Den Schwierigkeitsgrad wählt der Hobbyradler selbst. Er kann ebenso gemütlich und ungestört durch die Orangenhaine im Hinterland von Valencia radeln oder er unternimmt einen Abstecher in die Bergwelt. Im ganzen Land werden geführte Touren angeboten.

Ob im rauhen Norden, an der Costa Brava mit den steilen Felsklippen und schmalen Strandstreifen oder auf den Inseln, überall in Spanien können die Wanderer in einzigartiger Natur von der Stress und der Hektik des Alltags abschalten. Auf der ruhigen Balearen-Insel Menorca sollte eine Wanderung durch die Prärie einen festen Platz in der Urlaubsplanung haben. Dies gilt ebenso für die Kanarischen Inseln, die im Norden dschungelartige Landschaften bieten. Die wohl berühmteste Wanderung in Spanien ist noch immer der Jakobsweg im Norden von Spanien, der von Roncesvalles in den Pyrenäen über 755 Kilometer lang bis nach Santiago de Compostela führt. Der Pilgerweg zieht schon seit über 1.000 Jahren Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen  in seinen Bann. Manche machen sich auf den Weg, um zu sich selbst zu finden. Einige sind kulturell interessiert, andere packt der sportliche Ehrgeiz. Diejenigen, die diese Wanderung unternommen haben, versichern, eine ganz besondere Erfahrung gemacht zu haben.

Das Glück der Erde soll ja bekanntlich auf dem Rücken der Pferde liegen. Lange Ausritte an einsamen Stränden und dabei den Sonnenaufgang oder –untergang erleben: Das ist an Romantik wohl kaum zu überbieten. Der Reiter kann sich an allen Küsten auf dem Festland und auf den Inseln davon überzeugen. Nicht weniger beeindruckend sind Ausflüge durch das Landesinnere. Andalusien – und ganz speziell die Provinz Cádiz – gilt als Wiege der spanischen Pferdezucht. Hier kann sich der Reiter vom Temperament der reinrassigen Spanier, auch Andalusier genannt, anstecken lassen. Die Tiere der "Pura Raza Española" gehören zu den edelsten Pferden der Welt und haben den Ruf schnell und kräftig, gleichzeitig aber auch gehorsam und leicht zu führen zu sein.

Wer den sicheren Boden unter den Füßen verlassen möchte, kann in auch in die Luft gehen. Das Angebot reicht vom Ultraleichtfliegen, Paragliding bis zum Drachenfliegen. Im ganzen Land gibt es über 50 Fliegervereine, die ihren Sitz an nationalen oder internationalen Flughäfen haben.

Spanien hat neben den Klassikern Sonne, Strand und Meer auch Schnee zu bieten. Wintersportfreunde finden Pisten aller Schwierigkeitsgrade im Hochgebirge der Pyrenäen und der Sierra Nevada, wo 1996 der Ski-Weltcup ausgetragen wurde. Auch Langlauf ist in Spanien möglich.

Sport erleben ohne zu Schwitzen

Auch dem Sportfan, der es selbst lieber ruhig angehen lässt, wird in Spanien viel geboten. So zählt die Primera División zu den besten Fußball-Ligen Welt. Jeden Samstag- und Sonntagabend werden die Partien live in den Bars übertragen und wenn es hoch hergeht, erlebt der Besucher sogar eine Art Stadionatmosphäre. Formel-1-Fans verpassen in dem "Motorsport verrückten Land" keinen Großen Preis. Wer live dabei sein will, muss sich schon frühzeitig ein Ticket für den Großen Preis in Barcelona besorgen. Radsportfans können die Vuelta a España verfolgen, einee der drei größten Radrennen der Welt.

Ob aktiv oder passiv, in Spanien lohnt es sich in jedem Fall das Badehandtuch einmal in der Tasche zu lassen.

 


Datum:
05.03.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Sandra Jolasit
Bildquelle:
www.pixelio.de(3) Tourismusbüro Valencia (2)
 

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Suchbegriffe: Sport, Urlaub in ganz Spanien, Aktivsport


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