Paella - Spaniens Nationalgericht
Die Geschichte der Paella ist wohl dieselbe wie die von vielen traditionellen Gerichten, denn es wurden einfach die verfügbaren Nahrungsmittel der Umgebung zu einem nahrhaften Essen kreiert. In Valencias Fall waren dies frisches Gemüse, vor allem flache weiße Bohnen ("garrafones"), grüne Bohnen, Tomaten, roter Paprika und gelegentlich Artikschockenherzen von den bewässerten Gemüsegärten, Rundkornreis von den umliegenden Reisfeldern von "Albufera" und das Fleisch von gezüchteten Hühnern und Kaninchen. Natürlich darf auch das Olivenöl nicht fehlen und der Safran gibt der Paella den würzigen Duft und Geschmack und verleiht ihr die goldgelbe Farbe.
Somit hätten wir die wichtigsten Zutaten der valenzianischen Paella aufgezählt. Doch stopp, das allerwichtigste fehlt doch noch. Die Paella! So heißt nämlich die Pfanne im Valenzianischen und daher kommt wohl auch der Name. Öfter wird auch das Wort "Paellera" für die Pfanne benutzt. Fraglich ist aber, wo der Name für die Pfanne ursprünglich herkommt. Es halten sich bis jetzt zwei Theorien, die die Herkunft des Wortes erklären. Manche sagen "paella" käme aus dem Arabischen und heißt "Rest" oder "Abfall", was wohl einfach heißen soll, das früher alle Reste in die Pfanne geworfen und verkocht wurden. Andere meinen, es käme vom Lateinischen "patella" , was "flaches Gefäß" heißt und sich auf die Pfanne bezieht.
Traditionell wird die Paella auf Holzfeuer zubereitet. Die Paellapfanne ruhte früher auf einem Dreifuß, der direkt auf dem Holzfeuer steht. Auf diese Tradition trifft man manchmal auch heutzutage noch in Valencia. Auch wird die Paella heute noch oft direkt aus der Pfanne mit dem Löffel gegessen. Die Pfanne zum Zubereiten der Paella wird auch Paellera genannt. Paelleras sind große, runde, sehr flache Pfannen. Es gibt sie in verschiedenen Durchmessern. Eine Paellera mit einem Durchmesser von vierzig Zentimeter eignet sich für etwa sechs Personen. In vielen Küchen gibt es verschiedene Größen der Pfannen. So kann man die Pfanne stets der Anzahl der Esser anpassen.
Im Laufe der Zeit haben sich einige, verschiedene Paellavariationen entwickelt. Die häufigsten Paellas sind die Meeresfrüchte-Paella, die Vegetarische Paella, die gemischte Paella (mit Fleisch und Meeresfrüchten). Vielen unbekannt ist, dass es auch eine Paella ohne Reis gibt, nämlich Fideuá. Das ist eine Paella, bei der statt Reis kleine Hörnchen-Nudeln verwendet werden. Fideuá wird häufig in Valencia serviert und daher sollte man dort vor dem Bestellen der Paella besser fragen, ob es sich bei der Paella um Fideuá handelt oder um eine Paella con arroz.
Es gibt verschiedene andere Reisgerichte, die man in Spanien mit Paella in Verbindung bringt. Dabei hervorzuheben wäre "Arroz al horno" (Reis im Backofen zubereitet), "Arroz con costra" (Reis mit Kruste, der auch im Ofen mit gemacht und mit einem Ei überbacken wird), "Arroz en la olla" (Reis, der im Kochtopf zubereitet wird) und Arroz negro (Schwarzer Reis, der ein typische Gericht Kataloniens ist und dessen schwarze Farbe durch Tintenfisch-Tinte entsteht).
Datum:
17.06.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Doris Grundnig
Bildquelle:
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