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Salvador Dalí (1904-1989)

"Die beiden größten Glücksfälle, die einem Maler passieren können, sind: erstens Spanier zu sein, zweitens Dalí zu heißen.“

Und damit hatte der exzentrische Maler gar nicht so unrecht - Salvador Dalí wird schließlich zu den größten Meistern gezählt, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Er gilt als (Mit)begründer des Surrealismus, sein künstlerisches Schaffen zeugt von einer enormen Kreativität, Phantasie und Vorstellungskraft und weist ihn als einen der kreativsten Maler unserer Zeit aus. Seit jeher brachte die herausragende Persönlichkeit Dalis als auch die Bewertung seiner Werke viele Diskussionen und Kontroversen mit sich, da er Zeit seines Lebens den spanischen Diktator Francisco Franco verehrte.

Der exzentrische Künstler erblickte am 15. Juni 1904 in der Provinz Girona im Norden Spaniens das Licht der Welt. Genauer gesagt in der Calle Monturiol in der katalanischen Stadt Figueres. Eigentlich war der Name Salvador für Dalís Bruder bestimmt gewesen, dieser starb jedoch neun Monate vor seiner Geburt. Dalí war nicht nur Maler, sondern auch Schrifsteller, Bildhauer, Bühnenbildner und Schauspieler. Die Welt des Traums, des Rausches und des Fiebers, aber auch die Auseinandersetzung mit der Religion bildeten die vorherrschende Thematik in seinen Werken. Auch Abbilder seine geliebten Frau Gala, die ihn besonders inspirierte, findet man oft in seinen Gemälden wieder.

Der kleine Salvador wuchs als Sohn eines angesehenen Notars behütet mit seiner jüngeren Schwester Ana María in Figueres auf. Schon als Kind galt Dalí als äußerst phantasievoll und exzentrisch - zum Leidwesen seiner Eltern war er außerdem äußerst schwer erziehbar. Dalí soll sogar regelmäßig seine Exkremente in der gesamten Wohnung verteilt haben und versetzte seine Familie damit in großes Entsetzen. Zumindest schaffte er es dadurch, wie auch beabsichtigt, im Mittelpunkt zu stehen und alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ob er nun positiv oder negativ auffiel, schien ihm schon immer egal zu sein, getreu seinem Motto:

"Wer interessieren will, muß provozieren."

Von 1914 bis 1918 besuchte Salvador Dalí die Akademie der Brüder vom Maristenorden in Figueres. In dieser Zeit begann Dalí, intensiv an seiner Persönlichkeit zu arbeiten und beschäftigte sich mit seinen Gedanken, Wünschen und Phantasien. Er zeigte großes Interesse und Talent beim Malen und Zeichnen und wurde von seinen Eltern entsprechend gefördert. Schon früh erhielt er Malunterricht bei einem Freund der Familie.

Im Alter von 17 Jahren konnte Dalí dann bereits erste Erfolge als Maler verzeichnen. Seine erste Ausstellung in Figueres fand großen Anklang beim Publikum, woraufhin sein Vater ihn auf die Akademie von San Fernando in Madrid schickte.

Dort machte er 1922 Bekanntschaft mit dem Regisseur Luis Buñuel und den Dichtern Federico García Lorca und Pedro Garfias. Dalí entdeckte in diesen damals elitären Künstlerkreisen eine völlig neue Lebensart und stürzte sich ins Vergnügen von Madrid. Schon damals wurde er für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt. Kurz darauf schloss er sich Malern wie Giorgio de Chirico und Carlo Carrá an, die die Lehren der "Metaphysischen Schule" vertraten. Bei dieser Stilrichtung wurden einzelne Gegenstände isoliert, stark vereinfacht und mit harten Schatten dargestellt, um so eine geheimnisvolle Atmosphäre zu evozieren. Sein späteres Schaffen wurde davon sehr beeinflußt.

Aufgrund seines rebellischen Verhaltens und seiner höchst eigensinnigen Persönlichkeit wurde Dalí ein Jahr von der Kunstakademie ausgeschlossen. Doch dabei blieb es nicht. Zwei Jahre später wurde er erneut der Akademie verwiesen. Damals kam es in Katalonien zu politischen Unruhen und Dalí wurde verdächtigt, daran beteiligt gewesen zu sein.

1925 konnte er an die Akademie von Madrid zurückkehren. Kurz darauf fand seine erste Einzelausstellung in der Galerie Dalmau in Barcelona statt. Die örtlichen Kunstkritiker beurteilten seine Werke überwiegend positiv und der Name Salvador Dalí machte in Künstler- und Sammlerkreisen die Runde. 1926 wurde der selbstbewußte Künstler wegen seiner politisch rebellischen Äußerungen endgültig der Akademie verwiesen, was ihm jedoch nichts auszumachen schien, da er sich sowieso für überqualifiziert hielt. Dalí reiste kurz darauf zum ersten Mal nach Paris, wo er 1928 Pablo Picasso und den Zirkel der Surrealisten um Joan Miro und André Breton kennen lernte und sich ihnen anschloss. Im selben Jahr entstand der Film "Ein andalusischer Hund" und 1930 "L´âge d´or" mit Luis Buñuel.

Zwei Jahre später, bei seinem zweiten Aufenthalt in Paris verliebte sich Dalí in die zehn Jahre ältere Gala Eluard, die Frau des bekannten Dichters Paul Eluard. Gala wurde nicht nur seine Lebensgefährtin, sondern auch seine Inspiration und Muse. Für ihn ließ sich die russische Emigrantin, die eigentlich Helena hieß, kurz darauf von ihrem Mann scheiden. Drei Jahre später heiratete Dalí die schöne Russin, die er sein Leben lang vergötterte. Sie war es auch, die später seinen Erfolg in unzähligen Ausstellungen in den 30er Jahren in Europa und den USA managte. In dieser Zeit schlossen die Surrealisten um André Breton Dalí aufgrund seiner Sympathie zum Faschismus aus ihrem Kreis aus. Außerdem nahmen sie ihm seine exzessive Selbstdarstellung und Geldgier übel. Dalí hingegen reagierte darauf äußerst trotzig, wie sein Ausspruch: „Es gibt keinen Surrealismus – der Surrealismus, das bin ich!“ beweist. Aber nicht nur seine politische Einstellung passte den Surrealisten nicht, für sie stand auch seine altmeisterliche Technik im Kontrast zur vorherrschenden Auffassung der Surrealisten.

Dali hatte trotz allem seinen persönlichen Stil gefunden, der ihn so bekannt und berühmt macht(e). Er bannte die Welt des Unterbewusstseins sowie Traumvisionen mit perfektioniertem Pinselstrich auf die Leinwand. Die bildlich dargestellte Theorie des Surrealismus fusste auf Dalís Auseinandersetzung mit den Theorien des Psychologen Dr. Sigmund Freud. Bilder von brennenden Giraffen und schmelzenden Uhren wurden zu Dalis Markenzeichen. Er malte ihm altmeisterlichem Stil, sein grosses technisches Können erlaubte es ihm, seine Bilder beinahe photorealistisch erscheinen zu lassen. Hier sollte erwähnt werden, dass Dali ein grosser Verehrer des italienischen Renaissance-Malers Raffael war.

1934 reiste Dalí dann zum ersten Mal in die USA, dank eines großzügigen Darlehens von Pablo Picasso. In den Vereinigten Staaten fand er, ganz im Gegensatz zu Europa, großen Anklang mit seinem Bekenntnis, Antikommunist zu sein.Dalí begeisterte sich schon früh für Francisco Franco und sein Regime. Als der Diktator 1939 an die Macht kam, gehörte Dalí wohl zu seinen größten Fans, da er hielt ihn für den einzigen intelligenten Politiker seiner Zeit hielt. Der erfolgreiche Künstler lobte die spanische Dikatatur und spottete über deren Kritiker und Gegner. 1975 schickte er sogar ein Telegramm an Franco, in dem er sein Lob angesichts der Hinrichtung von vier Antifaschisten kundtat mit der Bemerkung, es gebe sowieso noch viel zu wenig Hinrichtungen. Auch für Adolf Hitler bekundete Salvador Dalí seine Sympathie, der Künstler schien ein ausgesprochenes Faible für Diktatoren zu haben. 1940 emtschließt sich Dalí, den Wirren des zweiten Weltkrieges in Europa zu entgehen und reist mit Gala in die USA, wo sie acht Jahre blieben.In dieser Zeit schuf er eine Reihe grossartiger Gemälde und war ständig damit beschäftigt, die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen indem er die Rolle des surrealistischen Clowns spielte. Er verdiente eine Menge Geld dabei, was ihm allerdings auch von einigen Seiten Kritik einbrachte.

Während seines USA-Aufenthaltes wurde Salvador Dali zum Liebling der amerikanischen High Society. Stars wie Jack Warner oder Helena Rubinstein liessen sich von ihm portraitieren. Neben der Malerei liess er sich noch auf eine Menge anderer Aktivitäten ein. Für Coco Chanel machte er Modeentwürfe und mit Alfred Hitchcock einen Film. Er illustrierte zahlreiche Bücher und konnte einige seiner Gemälde verkaufen, darunter auch an namhafte Museen. Ein Umstand, der ihm sowohl finanzielle Sicherheit brachte, als auch die Möglichkeit, mit der nötigen Muse zu malen.

Zurück in seiner spanischen Heimat schuf er einige Bühnenbilder sowie Kostüme für Theaterstücke von William Shakespeare und Luchino Visconti. Auch zahlreiche Gemälde entstanden in dieser Zeit, die er selbst als seine "kreativste Periode" beschrieb. Der exzentrische Dalí entwickelte sich zum Universal-Genie und Künstler von hohem internationalem Rang. In der Zeit zwischen 1927 und 1979 illustrierte er verschiedene Bücher, schrieb seine Autobiografie, drehte Filme, veransteltet Ausstellungen und malte zahlreiche Bilder. Doch nicht bei allen war er beliebt, einige seiner ehemaligen Freunde aus Surrealisten-Kreisen warfen ihm vor, er habe seine ehemaligen, linksorientierten Freunde beim Regime denunziert.

Dalí, der sich immer häufiger in den Staaten aufhielt, wurde 1964 von Königin Isabella von Spanien mit dem höchsten Orden des Landes für sein Lebenswerk ausgezeichnet. und 1974 wurde in Figueras das "Dalí-Museum" eröffnet. 1979 folgte Dalís große Retrospektive im Centre Pompidou in Paris. Von einer Virusinfektion 1980 konnte sich Dalí nur langsam erholen. 1982 erfolgte durch König Juan Carlos I. seine Ernennung zum Marquis de Dalí y Pubol. Grafiken des berühmten Surrealisten waren schon Zeit seines Lebens sehr gefragt. Die Nachfrage war sogar dermaßen groß, dass Dalí gar nicht so viel auf einmal malen konnte. Im Zuge seines schlechter werdenden Gesundheitszustandes nahm auch seine Produktivität ab. Schnell erschienen die ersten falschen "Dalis" auf dem Kunstmarkt. In der Folge wurden mehrere Kunstverleger, Händler und ein ehemaliger Sekretär Dalis verhaftet und verurteilt.

1981 wurde bei Dalí die Parkinson-Krankheit festgestellt. Drei Jahre später starb seine geliebte Frau Gala, was ihn in eine tiefe Depression stürzte. Ab diesem Zeitpunkt wohnte er allein und zurückgezogen im Schloss Pubol, das er eigens für Gala gekauft hatte. Dort malte er im Mai 1983 sein letztes Bild "Der Schwalbenschwanz." Dalí war zunehmend geschwächt und verließ kaum noch das Zimmer. Am 23. Januar starb der große Künstler 1989 an Herzversagen. Er wurde auf seinen eigenen Wunsch in der Krypta seines Theater-Museums in Figueres beigesetzt. Den spanischen Staat setzte er als alleinigen Erben ein.

Seit Mitte der 90er Jahre sind in Spanien zwei weitere Museen der Öffentlichkeit zugänglich, an denen Dalí maßgeblich beteiligt war. Das Schloß von Púbol gehört dazu, welches seit 1970 der Wohnsitz seiner Frau und nach ihrem Tod 1982 für zwei Jahre auch Dalís Wohnort war. Auch das Wohnhaus in Port Lligat, einem kleinen Fischerdorf nahe der spanisch-französischen Grenze kann besucht werden. Nachdem er die Fischerhütte 1930 kaufte, richtete er es immer weiter her und nach dem USA-Aufenthalt zogen Salvador und Gala 1948 dort ein.  


Datum:
10.01.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Susanne Lang
Bildquelle:
Wikipedia
 

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Suchbegriffe: Dalí, Künstler, Surrealismus, Figueras, Costa Brava, Gala


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