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Torreros im Stierkampfmuseum Valencia

Kennen Sie Enrique Ponce oder Manuel Granero? Nein? Die beiden zählen zu den berühmtesten Toreros Spaniens. Wen der Stierkampf fasziniert und wer ihn gerne auf anschauliche Weise näher kennen lernen möchte, kann sich dem traditionellen Spektakel in Valencias Museo Taurino "aus sicherer Distanz" nähern.

Während der letzten siebzig Jahre wurde das 1929 gegründete Museum ständig erneuert und erweitert, sodass es heute als eines der wichtigsten Museen Spaniens gilt. Das Museum befindet sich in einer Nebenstraße der großen Stierkampfarena und thematisiert somit direkt vor Ort 300 Jahre Geschichte des Stierkampfes in Valencia. Als erstes Stierkampfmuseum der Welt umfasst es eine große permanente Ausstellung, die vor allem dem großzügigen Vermächtnis des eingefleischten Stierkampffans Luis Moroder Peiró entstammt, der seine umfangreiche Sammlung von Stierkampfobjekten und –büchern dem Provinziallandtag vererbte. Hinzu kommt eine private Sammlung des berühmten Toreros José Bayard "Badila", die die Museumsgrundlage schuf.

Im StierkampfmuseumIn der Halle der ständigen Ausstellungen kann man die Geschichte des valenzianischen Stierkampfes in chronologischer Reihenfolge nacherleben. Von den Wurzeln der typisch spanischen Tradition, die sich Ende des 18. Jahrhunderts im Land zu organisieren begann, bis zu den aktuellen Trends und den großen Stars gibt es einiges zu berichten. Besonders packend ist die vielfältige Stierkampfkunst: Ob Gemälde, Skulpturen, Fächer, Figuren oder Ornamente: Alles dreht sich hier rund um den spanischen Heldensport.

Der Torero in der ArenaAber was macht den Helden eigentlich aus? Wann gilt ein Torero als Meister, wann als Versager? Im Museum wird gezeigt, wie hart die Kämpfer ausgebildet werden, und was sie nach jahrelanger Ausbildung schon ab dem Teenageralter unbedingt können müssen. Jeder Stierkämpfer hat zum Beispiel gelernt, dass der Stier nur instinktiv auf sein Tuch reagiert und eigentlich gar nicht zum Kampf neigt. Denn er muss in der Regel auch keinen Todfeind in der Natur fürchten. Doch der Einschluss in die Arena und die permanenten Reizungen sind es, die das Tier unaufhörlich zwingen, den gefährlichen Feind vertreiben zu wollen. Der Torero muss das Tier kennen und einschätzen können. Langjährige Erfahrung sind dazu von Nöten.

So steht auch der Stier an sich im Mittelpunkt des Museums. Aufgeklärt wird zu Beispiel das Mysterium der "Muleta", des traditionellen roten Tuches: Die Stiere reagieren, entgegen einem populären Irrtum, nicht aggressiv auf dessen Farbe, sondern auf die schnellen Bewegungen, die mit dem Tuch vollführt werden. Früher war das Tuch weiß, wurde aber beim Kampf immer mit Blut besudelt, so dass man es schließlich einfach direkt rot färbte. Neben Exponaten wie packenden Fotos von vergangenen Stierkämpfen gibt es antiquarische Werbeplakate aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Der Besucher kann zudem prachtvolle, originale Kleidungsstücke der Toreros aus nächster Nähe betrachten.

Wissenswertes gibt es auch zum Hintergrund des Spektakels. Wie wird ein Stierkampf in der Arena Valencias organisiert? Was bedeutet sein traditioneller, dreiteiliger Ablauf? Denn das wesentliche Element der "Corrida" ist die Form der Durchführung, das Ritual, das mit ihr einhergeht. Somit ist auch eine Stierkampfarena selbst, ob groß oder klein, bei der Bevölkerung stets ein Grund für großen Stolz und zudem ein spanisches Nationalsymbol. Die riesige Arena in Valencia gibt es seit 1851. Sie ist mit 17.000 Plätzen die zweitgrößte im ganzen Land.

Die Stierkampfarena in ValenciaInsgesamt ist die Institution ein wahrhaftiges Fachmuseum der Stierkampfwelt, in der sowohl den Fans als auch dem Laienpublikum mit Hilfe der bedeutendsten valenzianischen "Matadores" auf populärwissenschaftliche Weise ein klarer Überblick über die Geschichte und Tradition des Stierkampfs geboten wird.

Für viele Menschen stellt der Stierkampf eine unnötige und grausame Tierquälerei dar. Doch wer das Museo Taurino einmal besucht hat, ob von der umstrittenen Tradition begeistert oder nicht, wird den Hintergrund und die Intention des Kampfes "Mann gegen Stier" durch seine Besuch besser verstehen und zugleich ein Stückchen Spanien mit nach Hause nehmen können.

Das Museo Taurino ist von Mittwoch bis Sonntag zwischen zehn und zwanzig Uhr geöffnet. Der Eintritt sowie Führungen durch die Stierkampfarena sind gratis.

 


Datum:
10.01.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Iris Müller
Bildquelle:
Tourismusbüro Valencia / Wikipedia
 

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Suchbegriffe: Comunidad Valencia, Valencia, Stierkampf, Arena, Torero, Matador, Stierkampfmuseum, Corrida,


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