SOS Weltmeer - Der Kollaps droht
Überfischt, überhitzt und verschmutzt. Gedankenlosigkeit und Gier haben die Meere zu Krisenherden gemacht. Greenpeace fordert, dass 40 Prozent der globalen Meeresfläche vor menschlichen Eingriffen geschützt wird.
Die Aorta des Lebens steht kurz vor dem Kollaps:
Neunzig Prozent der ursprünglichen Raubfisch-Bestände sind abgefischt. Haie, Thunfische und Kabeljau sind fast ausgerottet. Die Fischereiindustrie ist dafür verantwortlich, dass weltweit jährlich 30 Millionen Tonnen Beifang tot oder sterbend ins Meer zurückgekippt wird. Dazu gehören auch Delfine, Schildkröten und Albatrosse. Gigantische Schiffe mit subventionierter Hightechausrüstung fischen zum Teil illegal. An vorderster Front mit dabei sind Fischer aus Spanien und Italien. Weil die oberen Meeresschichten praktisch leer gefischt sind, grasen die schwimmenden Fischfabriken nun mit tonnenschweren Schleppnetzen die Kinderstube vieler Fischarten ab, die Tiefsee. Piratenfischer setzen die Fischbestände zusätzlich unter Druck. Und Japan und Norwegen machen weiterhin Jagd auf Wale, Japan immer mehr auch auf stark bedrohte Arten wie den Seiwal, den Pottwal oder den Buckelwal.
Aquakulturen werden oft als zukunftsweisend gepriesen. Doch Shrimps-Farmen sind zerstörerisch und ungerecht. Berichte über Mangroven-Kahlschlag, die Zerstörung traditioneller Fischfanggebiete und die Vernichtung der Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung häufen sich. Thunfisch- und Lachsfarmen sind ebenfalls keine Lösung: Bis zu zwanzig Kilo Wildfisch müssen abgefischt werden, um ein Kilo Zuchtlachs zu produzieren.
Der Klimawandel führt zu höheren Wassertemperaturen. Dadurch steigt der Meeresspiegel, und die Meeresströmungen verändern sich. Tropische Arten tauchen plötzlich in nördlichen Gewässern auf, die Korallenbleiche lässt ganze Riffe absterben. Methangas beginnt auszuperlen und heizt das Klima zusätzlich an.
Die Meere sind stark verschmutzt. Die augenfällige Ölverseuchung nach Tankerunfällen macht nur einen kleinen Teil der Schadstoffeinträge aus. Andere Quellen der Verschmutzung sind Pipelines und Ölförderanlagen, Haushalt- und Gewerbeabwässer, städtische und industrielle Abflussrohre, Freisetzungen durch Unfälle oder Explosionen, Verklappung auf See, Rückstände aus dem Bergbau, Dünger und Pestizide aus der Landwirtschaft, Abwärme und radioaktive Einleitungen.Die Umweltorganisation hat im Dezember 2005 die grösste und längste Expedition ihrer Geschichte gestartet und im Rahmen von «SOS Weltmeer» ihre Boote losgeschickt. Die Schiffe «Esperanza», «Arctic Sunrise» und «Rainbow Warrior» sind bis Februar/März 2007 für den Schutz der Meere unterwegs. Mit an Bord sind Leute aus der ganzen Welt. «Greenpeace fordert ein weltweites Netzwerk von ausgewiesenen Meeresschutzgebieten, die 40 Prozent der Weltmeere und 40 Prozent des Mittelmeeres umfassen», sagt der Schweizer Meeresaktivist Daniel Costantino an Bord der «Esperanza», die derzeit im Mittelmeer für den Schutz der Thunfische unterwegs ist. Greenpeace empfiehlt, ganz auf den Konsum von Meerfischen zu verzichten und Schweizer Fisch zu essen.
Datum:
03.03.2008
Quelle:
Greenpeace
Autor:
Susanne Thiel
Bildquelle:
Greenpeace
Diesen Artikel weiterempfehlen...
Bildergalerie
Suchbegriffe: Weltmeer, Greenpeace, Kollaps, Überfischung, Fischbestände
Artikel-Bewertung
Leserkommentare:
Kommentieren Sie diesen Artikel!Kommentare anderer Leser:
Keine Daten vorhanden...

















