Sevilla - Eine Stadt versprüht ihren Charme
Mit ihren 704.154 Einwohnern (2005) ist Sevilla die viertgrößte Stadt Spaniens. Sie ist Hauptstadt der Autonomen Region Andalusien und der Provinz Sevilla (1.813.908 Einwohner). 40% der Einwohner wohnen in dieser faszinierenden Stadt.Der Legende nach wurde Sevilla von dem griechischen Orakelgott Herkules gegründet. Die Stadt, die in einer weiten und fruchtbaren Ebene im Süden Spaniens eingebettet ist, wurde 712 von den Arabern erobert. Nachdem sie über mehrere Jahrhunderte von den Mauren beherrscht wurde, eroberte sie Ferdinand III. 1248 zurück. Von diesem Zeitpunkt an blieb sie im Besitz der christlichen Spanier.
Die Stadt, die heute zu den beliebtesten Ausflugszielen der Touristen und zu den wichtigsten spanischen Industrie- und Handelsstädten zählt, erlebte im 16. Jahrhundert nach der Kolonialisierung Amerikas ihre Blütezeit. Sevilla hielt in dieser Zeit das spanische Handelsmonopol für die Überseegebiete. Mit Silber und Gold beladene Schiffe aus der neuen Welt gingen im Hafen von Sevilla an Land. Damals wurden prächtige Bauten errichtet, die der Stadt heute noch einen imposanten Anblick verleihen. Im 18. Jahrhundert erlebte Sevilla jedoch seinen Abstieg, als das Handelsmonopol an die Konkurrenzstadt Cádiz abgegeben wurde.
Erst im Jahre 1929 wurde die Provinzhauptstadt mit der Ausrichtung der Iberoamerikanischen Ausstellung wieder attraktiver. 1992 eröffnete die Weltausstellung ein zweites Mal ihre Türen in Sevilla.
Die durch schmale Gassen geprägte Altstadt lädt zum Bummeln und Träumen ein. Direkt im Zentrum ragt das Wahrzeichen der Stadt auf. Die Kathedrale La Giralda, ursprünglich eine Moschee, ist die schönste, gotische Kirche Spaniens und die drittgrößte Kathedrale der Welt. Nicht weit davon entfernt liegt der maurische Palast Alcázar. Dieser beeindruckende, Prachtbau, dessen Grundmauern bereits im 9. Jahrhundert errichtet wurden, ist mit seinen herrlichen Sälen, großen Hallen und farbenfrohen Gärten ein absolutes Muss für jeden Touristen. Die schöne Plaza de San Francisco trumpft mit beeindruckenden Gebäuden auf. In der ganzen Altstadt ist das orientalische Flair zu spüren, das über die Jahrhunderte hinweg erhalten geblieben ist und der Stadt seinen unverwechselbaren Charme verleiht.
Die Sevillanos verstehen es ausgelassen zu feiern. Zu den beliebtesten Festen zählen die Semana Santa und die Feria de Abril. Während der Osterwoche ziehen Prozessionen voller Pathos durch die Straßen. Direkt im Anschluss beginnt am Montag in der Woche nach Ostern die Feria de Abril. Während dieser Frühlingsmesse laden über 1.000 Zelte auf dem Festgelände zu Speis, Trank und Tanz ein. Sevillanos in bunten Flamencokleidern und klassischen Trachten auf ihren Pferden beherrschen das Bild der Stadt. Stierkämpfe bleiben da natürlich nicht aus. Sevilla wird von Nord nach Süd von dem Fluss Guadalquivir geteilt, der in den Atlantik mündet und den Anbau in der Provinz begünstigt. Der Fluss ist bis zur Stadt beschiffbar. Zur damaligen Blütezeit war der Binnenhafen der wichtigste Hafen Europas.
Sevilla wird oft nachgesagt, die Wiege des Flamencos zu sein, denn hier liegen die Ursprünge dieser feurigen Musik. Im Flamenco sind die Einflüsse der verschiedenen Völkergruppen der Mauren, Griechen, Phönizier, Gitanos (Zigeuner) und Iberer vermischt.
Datum:
03.03.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Melanie Haub
Bildquelle:
Ayuntamiento Sevilla
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