Teneriffa - Die Insel des ewigen Frühlings
Rund 838.877 (Stand 01.01.2005) Menschen leben auf der Insel, wobei pro Jahr ungefähr 4,8 Millionen Touristen das Eiland besuchen, was gleichzeitig der stärkste Wirtschaftsfaktor für Teneriffa ist. Neben der Hauptstadt, Santa Cruz de Tenerife, sind die Universitätsstadt La Laguna und Puerto de la Cruz wichtige Städte der Insel. Landessprache ist Castellano, allerdings entsprechen Aussprache und Wortwahl eher den Konventionen Lateinamerikas. So heißt zum Beispiel der Bus auf Teneriffa nicht autobus, sondern guagua. Bezüglich der Vegetation und Landschaft ist eine Zweiteilung erkennbar. Während der Norden grün und üppig bewachsen ist, findet man im Süden der Insel hauptsächlich vertrocknete Steppen und endlose Sandstrände. Wesentlichen Einfluss darauf hat der 3.718 Meter hohe Vulkan Pico de Teide. Der erloschene Vulkan ist gleichzeitig die höchste Erhebung von ganz Spanien und ragt im Norden der Insel weit in den Himmel.
Der Süden ist von dem Bild riesiger Bananenplantagen geprägt. Die kanarische Banane ist kleiner und süßer als die südamerikanische Frucht. Außerdem ist die Insel für ihren Tomaten- und Kartoffelanbau bekannt. Der fruchtbare Boden macht dies möglich und beherbergt im Norden der Insel zahlreiche Pflanzenspezies, so genannte endemische Pflanzen, die nur auf Teneriffa zu finden sind. Besonders imposant ist der Drachenbaum in Icod de los Vinos. Das große Zwiebelgewächs soll schon über eintausend Jahre alt sein. Auf der so genannten "Insel des ewigen Frühlings“ herrscht eine durchschnittliche Temperatur von 18°C im Winter und 24°C im Sommer, wobei es im Norden immer etwas kühler ist als im Süden.
Nicht allein wegen den milden Temperaturen ist Teneriffa eine ganzjährig beliebte Urlaubsregion. Im Norden der Insel finden vor allem Wanderlustige das reinste Paradies. Ob im Nationalpark des Teide oder im Anagagebirge im Nordosten der Insel, überall kann man die Wunder der Natur bestaunen. Für ganz mutige und gesundheitlich fitte Besucher ist die Fahrt mit dem Teleférico (Drahtseilbahn) auf den Teide ein Muss. In acht bis zehn Minuten überwindet die Bahn 1.199 Höhenmeter, und bei guter Sicht kann man aus einer Höhe von 3.555 Metern die Nachbarinseln Teneriffas erkennen. Für die letzten Meter bis zum Kraterrand ist eine Sondergenehmigung erforderlich, und man darf diese nur zu Fuß erklimmen. Auch wenn die Spitze zum Greifen nah scheint, ist dieser Marsch recht anstrengend, besonders für Menschen, die sich nicht so schnell an die dünne Luft in diesen Höhenlagen gewöhnen können. Ein weiterer Touristenmagnet ist der Loro Park in Puerto de la Cruz. Der riesige Papageienpark wurde 1972 von dem Deutschen Wolfgang Kießling angelegt und beherbergt auf 135.000 Quadratmetern neben tausenden von Papageienarten viele exotische Tiere. Besonders die Tiershows mit Delphinen, Seelöwen oder den farbenprächtigen Vögeln selbst sind bei den Besuchern sehr beliebt. Außerhalb des Parks gibt es auf der Insel keine gefährlichen Wildtiere. Neben Kaninchen und Ziegen laufen einem lediglich tausende kleine Geckos über den Weg.
Für Sonnenanbeter und Partygänger hält der Süden ein breit gefächertes Angebot bereit. Vor allem das Gebiet um Playa de las Américas ist für seine wunderschönen Sandstrände und zahlreiche Diskotheken und Bars unter den Touristen bekannt. Für diejenigen, die es ein wenig ruhiger mögen und etwas Landestypisches kennenlernen wollen, lohnt sich eine Inselrundfahrt. Auf diesem Weg kann man viele kleine Buchten mit schwarzem Lavasand oder verträumte Fischerdörfer entdecken.
Wie überall in Spanien wird auch auf den Kanaren viel und ausgiebig gefeiert. Vor allem der Karneval ist ein Highlight, das die Insel jährlich für mehrere Wochen in Feierlaune versetzt. Man sagt, der Karneval von Teneriffa, speziell in Santa Cruz und Puerto de la Cruz, sei der zweitschönste nach Rio. Die Besucherzahlen belegen die große Beliebtheit. Die kanarische Tradition wird in zahlreichen Volksfesten, den Romerías, bewahrt. Mit wunderschön bestickten Trachten tanzen die Canarios zu inseltypischer Folklore.
Auch kulinarisch hat Teneriffa einige Spezialitäten zu bieten. Besonders lecker sind die Papas arrugadas (kleine salzige Runzelkartoffeln) mit Mojo, einer pikant würzigen Soße aus Kräutern, Knoblauch, Essig und Öl. Ob Mojo Rojo oder Verde, den sollte man auf jeden Fall probieren. In Restaurants wird er oft als Vorspeise mit Brot oder den besagten Kartoffeln gereicht. Wie fast überall in Spanien, kann man auch auf der Insel wunderbar Fisch und Fleisch essen. Besonders Goldbrassen und Zackenbarsche stehen häufig auf der Speisekarte, aber auch eine deftige Fischsuppe (Cazuela de pescado) sollte man probiert haben. Fleisch wird meistens gegrillt oder gebraten. Vor allem Lamm, Schwein, Ziege und Kaninchen sind auf der Insel beliebt. Zu den urtypische Gerichten gehören allerhand deftige Eintöpfe wie der Rancho Canario mit Kichererbsen, Nudeln, Kartoffeln, Rind- und Hühnerfleisch und Speck. Zum Abschluss fehlt natürlich noch etwas Süßes. Hier hat man die Qual der Wahl zwischen Bienmesabe (geschlagene Mandelcreme mit Ei und Honig), Flan (Karamellpudding) und Frangollo, eine Süßspeise aus Milch und Mais.
Für eine anspruchsvolle Abendgestaltung bietet sich ein Besuch im Auditorio von Santa Cruz de Tenerife an. Das große weiße Kunstwerk ragt wie ein Wahrzeichen über die Hauptstadt. Regelmäßig treten hier weltbekannte Künstler aus vielen Genres auf. Ob Konzerte, Theater oder Oper, der Veranstaltungsplan ist immer mit kulturellen Highlights gefüllt.
Weitere Informationen erhält man auf den offiziellen Tourismuswebseiten im Internet.
Datum:
04.10.2007
Quelle:
SAZ
Autor:
Annett Hahnel
Bildquelle:
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Suchbegriffe: Santa Cruz de Tenerife, Teneriffa, Kanarische Inseln, Vulkaninsel, Tourismus, Vegetation, Sehenswürdigkeiten,
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