Fallas in Valencia - der reine Wahnsinn
Doch was liest man nicht alles. Ob es stimmt, kann man nur selbst herausfinden. Wenn man alle Höhepunkte miterleben will, sollte man sich am letzten Tag in die von riesigen Pappmachéefiguren bevölkerte Stadt begeben.
Nach der Ankunft in Valencia bewahrheiten sich bereits die ersten Ankündigungen. Ganze Menschenmassen sind auf den Straßen unterwegs, und an die Geräuschkulisse muss man sich erst einmal gewöhnen, zumindest als Tourist.
Während die Spanier total unbeirrt durch die Stadt gehen, zuckt der lärmempfindliche Besucher bei jedem Böller zusammen, und davon gibt es viele! Egal ob jung oder alt, alle sind im Falla-Fieber und lassen es ordentlich krachen.
Doch das ist eigentlich noch nicht das Wesentliche des Festes. Die imposanten, bis zu zwanzig Meter hohen Falla–Figuren selbst sind die "Hauptakteure“ des Festes. Ob schräg lachend, grimmig dreinschauend oder einfach nur lustig, die bunten Riesen sind herrlich anzuschauen. Jede dieser Figuren verkörpert ein bestimmtes Thema, das auf kritische oder satirische Art und Weise dargestellt wird. Die größte dieser Fallas steht auf dem Rathausplatz und ragt über die Besuchermassen hinweg.

Mit dem Fotoapparat oder der Kamera bewaffnet zieht man durch die Straßen und legt viele Kilometer zurück, mit dem Ehrgeiz, so viele Figuren wie möglich zu sehen. Doch die Umsetzung erweist sich als sehr anstrengend. Dass es unmöglich ist, alle rund 400 Fallagruppen an einem Tag zu besichtigen, kann man sich denken, aber selbst alle prämierten Gebilde zu besuchen ist schwierig.
Zu Fuß unterwegs sind die Entfernungen mitunter enorm, um von einem Ende der Stadt zum anderen zu gelangen. Es gibt außerdem so viele Dinge nebenher zu sehen, dass man hier und dort gerne etwas länger verweilt. Valencia ist an sich schon eine schöne und sehr sehenswerte Stadt, die durch das Fest um einiges bereichert wird.
Die Mascletà - Höhepunkt in Flammen
Einer der Höhepunkte ist die so genannte "Mascletà“ – ein Böllerkonzert auf dem Rathausplatz. Was für eingefleischte Falla–Fans vielleicht Musik ist, kann man als "Neuling“ eigentlich nur als ohrenbetäubenden Lärm beschreiben. Obwohl das ganze nur etwa fünf Minuten dauert, scheinen die donnernden Schläge unendlich und vor allem unendlich laut. Mit tosendem Beifall geht die "Vorführung“ zu Ende und man hofft nur, dass irgendwann das Dröhnen in den Ohren nachlässt.
An einer Holzstatue wird der Jungfrau ein Kleid aus verschiedenfarbigen Nelken gesteckt, und davor werden große Gebinde abgelegt. Bei dem Anblick des duftenden und farbenprächtigen Blütenmeeres sind die Böllerschüsse schnell vergessen. Unzählige Menschen wollen an der von Blumen übersäten Statue vorbeilaufen und das Kunstwerk bestaunen.
Am Abend rückt die Stunde des Feuers immer näher. Für die nötige Stimmung sorgt ein imposanter Feuerumzug. Verkleidete Menschen auf Stelzen schwingen bedrohlich große Feuerfontänen und tanzen wild an den Zuschauern vorbei. Ein großes Feuerwerk sorgt dafür, dass auch der letzte Besucher komplett in Rauch eingehüllt wird.
Allmählich bewegt sich die Menschenmenge nun in Richtung Fallas, die bald den Flammentod sterben werden. Um zwanzig Uhr werden zunächst die kleinen Kinderfallas verbrannt, die schon große Flammen in den Nachthimmel werfen. Zwei Stunden später folgt die Verbrennung der großen Figuren, und dann liegt alles in Schutt und Asche. Ein Jahr voller Arbeit ist in Flammen aufgegangen. Schon jetzt werden wieder Pläne für das Fest im nächsten Jahr geschmiedet. Ein lautes, aber auch unvergessliches Erlebnis nähert sich dem Ende. Für diejenigen, die noch genug Energie haben, gibt es natürlich Partys bis in die frühen Morgenstunden.
In diesem Jahr sind die Fallas in Valencia am 24. Februar eröffnet worden.
Datum:
13.03.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Annett Hahnel
Bildquelle:
SAZ
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