Little Manhattan, Take That und Glückstrauben an der Puerta del Sol: Silvester-Tipps für Spanien

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Gefeiert wird in Spanien ja bekanntlich immer, zum Jahreswechsel aber sicherlich noch mehr als sonst. Dabei ist es wie immer: Man kann es mehr oder weniger traditionell tun. Und Traditionen gibt es in Spanien wie Sand am Meer. Also ziemlich viel davon. Und von den meisten hat man in Deutschland wohl noch nie etwas gehört.

Wie immer beginnt die Feierei mit einem langen Essen. Das Menü umfasst so viele Gänge wir nur irgend möglich. Wer es sich leisten kann, geht ins Restaurant, ansonsten wird eben zuhause gegessen. Auch da ist ein Menü aber nicht billig, der Spanier (und die Spanierin) essen gerne gut. Gammelfleisch hat jedenfalls in Spanien keine Chance, bevor schlechter Schinken auf den Tisch kommt, wird im Zweifel lieber das Bezahlfernsehen abbestellt. Und nie sind die Preise für Gambas höher als zu dieser Zeit des Jahres.

Zeit für die Glückstrauben. Pro Glockenschlag eine Traube in den Mund, das bringt Glück…

Das Besondere kommt mit dem ersten Glockenschlag um zwölf Uhr. In der Regel läuft jetzt der Fernseher, der die Casa de Correos in Madrid an der Puerta del Sol zeigt. Zeit für die Glückstrauben. Pro Glockenschlag eine Traube in den Mund, das bringt Glück. Weshalb man es ja tut. Am Ende hat man den Mund voller Weintrauben, aber auch die Gewissheit, alles dafür getan zu haben, dass auch 2017 ein gesegnetes Jahr wird. Fällt eine Traube aus dem Mund, kann man lieber gleich im Bett bleiben. Oder am Strand. Damit es auf jeden Fall klappt, hat die Stadtverwaltung von Madrid ein Einsehen mit den Spaniern. An Silvester schlägt die Uhr nämlich nur alle drei Sekunden. Dann kommt auch der entspannteste Iberer mit dem Schlucken der Trauben mit. Damit kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Wer den Busfahrplan im Kopf hat, sollte aber lieber nachschauen, ob der auch für „Nochevieja“ gilt

Erst jetzt füllen sich übrigens die Straßen und Plätze der Städte so richtig mit Menschen, davor musste man ja schließlich das Essen in sich unterbringen. Von den Plätzen geht es, wenn keine Rockband Musik macht, in die nächsten Bars und Discotheken. Wer den Busfahrplan im Kopf hat, sollte aber lieber nachschauen, ob der auch für „Nochevieja“ gilt, also für Silvester. Auch ist es nicht unüblich, die Busse am nächsten Neujahrstag ein wenig später abfahren zu lassen. So oder so beenden viele Spanier die Silvesternacht mit Churros und Schokolade. Das beruhigt den Magen und lässt Sie am nächsten Morgen mit ein wenig weniger Kater aufwachen als normal. Sagen die Liebhaber von Churros mit Schokolade.

Und Cava, also Sekt, hat man auch in Spanien auf jeden Fall in der Hand…

Supermärkte bieten für die Silvesternacht kleine Konservendöschen mit zwölf Trauben an. Vor den Kneipen der Städte verkaufen fliegende Händler kurz vor zwölf Uhr gerne auch Plastiktütchen mit zwölf Weintrauben – dann aber oft nicht ganz so preiswert. Angeblich werden auf diese Weise pro Nacht 600 Millionen Trauben in Spanien verputzt.

Ebenfalls ein Renner, wenn auch mehr bei der jüngeren Bevölkerung: Rote Unterwäsche für Frauen. Das soll Glück in der Liebe bringen. Wem das noch nicht reicht, kann wie viele Spanier einen goldenen Ring in sein Sektglas werfen, mit dem man an Mitternacht anstößt. Und Cava, also Sekt, hat man auch in Spanien auf jeden Fall in der Hand. Alleine schon, um die Trauben hinunter zu spülen.

Die beliebtesten Reiseziele in diesem Jahr sind: London, Madrid, New York, Paris, Benidorm und Rom

Dass man in Spanien die längste Nacht des Jahres meist im Freien feiert, versteht sich von selbst – denn das Wetter ist meistens schön, auch 2017. Einer der Klassiker ist es, am Meer zu feiern. Ein Sprung ins kalte Nass gehört dazu, wenn auch manchmal erst am folgenden Morgen. Aber Neujahrsschwimmen erfreut sich auf jeden Fall einer immer größeren Beliebtheit, vor allem auch unter den nordischen Touristen. Für die ist das Mittelmeer ja bekanntlich immer warm.

Spanier im übrigen verreisen gerne über Silvester. Die beliebtesten Reiseziele in diesem Jahr sind: London, Madrid, New York, Paris, Benidorm und Rom. Und zwar in dieser Reihenfolge. Bleibt die Frage: Benidorm?

Viel Bier, Fish und Chips, dazu Kartoffelchips mit Essig

Fakt ist, dass die Stadt an der Costa Blanca zwar gerne als Hochhaus-Ghetto abgekanzelt wird, allerdings auch viel zu bieten hat. Zum Beispiel ein Mikroklima, das selbst gegenüber den benachbarten Städten mit in der Regel zwei Grad höheren Temperaturen für Luft und Wasser aufwarten kann – ein Sprung ins Wasser an Silvester wird deshalb wohl auch nicht so traumatisch ausfallen wie an anderen Orten Spaniens.

Aufgrund der vielen Engländer, die in Benidorm leben, ist natürlich auch das Nachtleben englisch angehaucht. Heißt: Viel Bier, Fish und Chips, dazu Kartoffelchips mit Essig. Und es gibt in Benidorm sensationelle Tribute-Bands, die die Hits von Take That bis Michael Jackson nachspielen. Und zwar so, dass es Spaß macht. Benidorm gilt deshalb als die inoffizielle Hauptstadt Europas, was „Hen Parties“ angeht: Junggesellenabschiede, bei denen die Braut samt Brautjungfern in lustigen Kostümen durch die Bars wanken. Dazu gibt es Tapas-Bars und kilometerlange Strände. Wer Party und Engländer(innen) mag, ist hier genau richtig.

Seit Francisco Ronda 1893 eine erste Badeanstalt (die Casa de baños am Levantestrand) eröffnete, haben mehr als 85 Millionen Touristen Benidorm besucht

In der Wikipedia heißt es über Benidorm: „Benidorm besitzt die größte Hochhausdichte (in Relation zur Einwohnerzahl) weltweit mit 345 Gebäuden mit mehr als zwölf Etagen. Aufgrund der immensen Hochhausdichte wird Benidorm mit „little Manhattan“ assoziiert. So wurden etliche Wohntürme, welche zumeist der Tourismuswirtschaft dienen, ab den 1950er-Jahren errichtet. Der 2007 geplante und bis heute nicht fertiggestellte Wohnturm Intempo; das höchste Wohngebäude in der EU (200 Meter, 47 Etagen), steht aufgrund der spanischen Immobilienkrise seit 2008 bis heute (Stand: Dezember 2016) leer. Seit Francisco Ronda 1893 eine erste Badeanstalt (die Casa de baños am Levantestrand) eröffnete, haben mehr als 85 Millionen Touristen Benidorm besucht. Die größte Touristengruppe in Benidorm sind die Besucher aus Großbritannien. In Benidorm gibt es zwei jeweils 2,5 km lange Strände, die Playa de Poniente und die Playa de Levante sowie die Playa del Mal Pas zwischen Altstadt und Playa de Poniente und die Playa de Cala Tío Ximo in Rincón de Loix.“

Ebenfalls gerne genommen sind traditionell Lissabon, Barcelona, Wien, Granada und Marrakesch.



Video Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=h5TiIl0jcT8 / Text: Wilhelm Wagner

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