Kriminalstatistik 2016

Ein maskierter Mann versucht in eine Wohnung einzubrechenBild: Die Polizei registrierte im Jahr 2015 rund 167.000 Diebstahlsdelikte, dass einen Anstieg von 9,9% bedeutet. Bildquelle: sdecoret – 256862656 / Shutterstock.com

Kriminalstatistik: Kreis Esslingen verbessert sich!

In Berlin haben Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon die Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2015 vorgestellt. Im Landkreis Esslingen liegen die registrierten Straftaten mit Abstand unter dem landesweiten Durchschnitt.

Ein maskierter Mann versucht in eine Wohnung einzubrechen

Bild: Die Polizei registrierte im Jahr 2015 rund 167.000 Diebstahlsdelikte, dass einen Anstieg von 9,9% bedeutet. Bildquelle: sdecoret – 256862656 / Shutterstock.com

Um 4,1% sind die polizeilich registrierten Straftaten gegenüber dem Vorjahr bundesweit gestiegen. Somit hat das Jahr 2015, 6,33 Millionen Fälle zu verzeichnen. Der Anstieg um knapp 25 Millionen Fälle ist womöglich aufgrund der gestiegenen Flüchtlingszahlen zurückzuführen. Die Zahl der Schutzsuchenden, die ohne entsprechende Papiere und somit illegal nach Deutschland einreisen, werden als Straftat bzw. als illegaler Aufenthalt gewertet. Das macht 6,4 % aller Straftaten aus. Mit 53,4% blieb die Zahl der Aufklärungsquoten gesamten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Bundesweit mehr Einbrüche als im Vorjahr

Beim Wohnungseinbruch würde sich eine überproportionale Zunahme organisierter Tätergruppen aus Südost- und Osteuropa zeigen, erklärte der Minister. Mit einem Anteil von 39,2% der Gesamtkriminalität überwiegen auch dieses Jahr die Diebstahlsdelikte. Mit rund 167.000 Fällen – bedeutet ein Anstieg von 9,9% – zählen die Wohnungseinbruchdiebstähle zu den meist registrierten Straftaten in Deutschland.  Während im Jahr 2013 der Anteil bei 15,5% lag, wurden für 2014 ein erhöhter Anteil mit 29,3% aller Kriminalitätsdelikte registriert.

Steigende Zahlen zu politisch motivierten Kriminalität

Seit Beginn der Erfassung von Straftaten im Jahr 2001 haben die politisch motivierten Straftaten im vergangenen Jahr ihren absoluten Rekord erreicht. Um 22,9% ist die Zahl der rechtsmotivierten Gewalttaten angestiegen. Dabei blieben die Gewalttaten der linksmotivierten etwa vergleichbar zum Vorjahr. Bundesinnenminister de Maizière erklärte, dass gerade fremdenfeindliche, antisemitische sowie rassistisch motivierte Straf- und Gewalttaten zugenommen haben. Vermehrt seien die Asylbewerber und Flüchtlingsunterkünfte gezielt angegriffen worden. Diese Entwicklung sei besorgniserregend und müsse gestoppt werden.

Baden-Württemberg wird als „sicher“ eingestuft

Innenminister Reinhold Gall (SPD) äußerte sich vergangene Woche in Stuttgart:“ So viele Straftaten wie im Jahr 2015 gab es schon lange nicht mehr.“ Dennoch benannte er das Land Baden-Württemberg als „eines der sichersten Bundesländer“. Mit 5761 Straftaten pro 100.000 Einwohner sei die Zahl in keinem anderen Bundesland so niedrig wie in Baden-Württemberg. Auch, dass fast zwei Drittel aller Straftaten aufgeklärt wurden, sei die höchste Aufklärungsquote seit 10 Jahren.

Zufrieden blickt auch Hans-Dieter Wagner, Chef des Polizeipräsidiums Reutlingen, auf das Jahr 2015 zurück. „Generell zeigte sich eine Abnahme der Kriminalität im Landkreis. Glaubt man einer Visualisierung, die die Kreise anhand der Einbrüche je 100.000 Einwohner sortiert, hat sich der Kreis Esslingen sogar von Platz 231 auf 170 verbessert.“ Er sprach in einer Pressekonferenz von einer „deutlich entspannten Sicherheitslage“. Dass der Landkreis Esslingen mit Abstand unter dem landesweiten Durchschnitt liegt, sei lobenswert.

Trotz sinkender Zahlen sind Wohnungseinbrüche künftig nicht ausgeschlossen. Deshalb gibt es unkomplizierte, aber dennoch wichtige Maßnahmen zum Schutz Ihres Heimes zu beachten:

  • Vor dem Verlassen des Hauses, gekippte Fenster schließen
  • Eine Außenleuchte am Haus mit Bewegungssensor schreckt ab
  • Investieren Sie in Sicherheitstechnik wie etwa Alarmanlagen

Mit diesen leichten und wenig zeitintensiven Maßnahmen können Sie es Einbrechern erschweren und im besten Fall den ein oder anderen Einbruch verhindern.

Städte wie Stuttgart in Baden-Württemberg, aber auch München im Bundesland Bayern haben verhältnismäßig wenig Einbrüche registriert, während die Großstädte wie Berlin oder Köln fast viermal so viel Einbrüche zu verzeichnen haben. Dies geht aus der folgenden Statistik hervor:

Während Berlin fast 12.000 Einbrüche registriert, kann sich Stuttgart mit knapp 1000 Einbrüchen freuen

Stuttgart hat im vergangenen Jahr am wenigsten Wohnungseinbrüche zu verzeichnen. Quelle: Bundeskriminalamt, Statista

Maßnahmen zur Besserung geplant 

Die Sicherheit der Bürger hat oberste Priorität. Durch die Einwanderung von Flüchtlingen steigt im Kreis Esslingen trotz sinkender Kriminalität eine zunehmende Verunsicherung. Dies beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, deshalb sollen nun die Sicherheitsvorkehrungen weiter ausgebaut werden. Die Polizeipräsenz soll „sichtbarer“ werden. Während in Esslingen der Kommunale Ordnungsdienst weiter Freiwillige sucht, gab de Maizière deutschlandweit die Marschrichtung vor: Die internationale Zusammenarbeit der Behörden wurde verstärkt und soll aber weiterhin ausgebaut werden. Spannend werden dann im nächsten Jahr die Zahlen. Zumindest scheint die Politik den richtigen Ansatz zu verfolgen. Erfolge bleiben dennoch Abzuwarten.

Aussagekraft der polizeilichen Kriminalstatistik

Einmal jährlich geben die Länder die registrierten Fälle an das Bundeskriminalamt, die dann jeweils zwischen März und Mai die Landesdaten tabellarisch und grafisch aufbereiten und veröffentlichen.

Dabei ist zu beachten, dass die Polizei nur die Daten zu Fällen registrieren kann, die bekannt geworden sind. Dadurch können die nicht bekannt gewordenen Straftaten auch in keiner Statistik abgebildet werden. Wenn sich beispielsweise das Anzeigeverhalten der Bevölkerung verändert, verändern sich schlussfolgernd auch die Daten, ohne dass diese tatsächlich mit der Kriminalität verbunden sind.

Die Entwicklung der Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik wirkt sich durch folgende Einflussfaktoren aus:

  • Anzeigeverhalten
  • Polizeiliche Kontrolle
  • Statistische Erfassung
  • Änderung des Strafrechts

Nicht enthalten sind in der polizeilichen Kriminalstatistik:

  • Staatsschutzdelikte
  • Verkehrsdelikte
  • Ordnungswidrigkeiten
  • Delikte, die nicht zum Aufgabenbereich der Polizei gehören (z.B. Finanz- und Steuerdelikte)
  • Straftaten, die unmittelbar bei der Staatsanwaltschaft angezeigt werden

Seit 1953 wird die PKS jährlich erfasst und veröffentlicht. Mit den Daten aus vorherigen Jahren lassen sich die Ergebnisse am aussagekräftigsten vergleichen. Zusätzlich wurde die Vorgehensweise zur Erfassung der Daten optimiert.

Jahr Veränderungen zur Erfassung der Daten
1953 Erstmals veröffentlicht
1959 Staatsschutzdelikte wurden aus der PKS ausgegliedert
1963 Verkehrsdelikte wurden aus der PKS entfernt
1971 Elektronische Datenverwaltung wurde eingeführt
1984 Die Zählung der Tatverdächtigen wurden umgestellt
1993 Ab diesem Jahr wurden die neuen Bundesländer in die Datenerfassung der Kriminalstatistik eingeführt
2007 Seit diesem Jahr wird zwischen Opfer und Tatverdächtigem feiner differenziert

Datenquelle: Polizeiliche Krimialstatistik 2015

Bildquelle: sdecoret – 256862656 / Shutterstock



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