Juventus und Arsenal schlagen Real Madrid, Barca und Bayern München: Dauerkarten im Vergleich

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Wer in Spanien ein Fußballspiel sehen will, wenigstens in der Primera Division, aktuell wegen des neuen Sponsors La Liga Santander genannt (gemeint ist nicht die Stadt, sondern die Bank Santander), hat es mitunter schwer. Denn oft gibt es an den Tageskassen keine Karten mehr, vor allem in Madrid und Barcelona, wenigstens bei Real und Barca. Und dann sind die Karten oft recht teuer.

Fakt ist, dass eine einzelne Eintrittskarte oft nicht unter 100 Euro zu haben ist. Das liegt vor allem daran, dass die preiswerten Plätze meistens schon durch Dauerkarten abgedeckt sind. Denn die sind in Spanien, im Vergleich zu anderen Ländern, in denen guter Fußball zu sehen ist, relativ günstig zu haben. Und deshalb decken sich die spanischen Fans munter mit den „Abonos“ genannten Dauerkarten ein, auch wenn sie oft gar nicht vorhaben, sich alle Spiele ihres Teams anzuschauen. Oft werden diese Karten auch von einer auf die nächste Generation „vererbt“, ohne dass der Inhaber überhaupt noch weiß, dass er im Besitz derselben ist.

Real verdient deutlich mehr Geld mit Merchandising und TV-Geldern als jeder andere Club der Welt. Und Leganes braucht jeden Euro, um sich möglicherweise in der Liga halten zu können…

Wie auch immer: Dass eine Dauerkarte für Real Madrid, den amtierenden Gewinner der Champions League, teuerer ist als zum Beispiel beim Aufsteiger Leganes, das in dieser Saison erstmals in seiner Historie überhaupt in der Liga spielt, war zu vermuten und verwundert kaum. Dass man aber bis zu 14 Mal mehr dafür zahlen muss, scheint auf den ersten Blick unlogisch. Denn Real verdient deutlich mehr Geld mit Merchandising, Spielertransfers und TV-Geldern als jeder andere Club der Welt. Und Leganes braucht jeden Euro, um sich möglicherweise in der Liga halten zu können. Eigentlich könnten die Eintrittskarten bei Real also billiger sein. Sind sie aber nicht. Die teuerste Dauerkarte im Stadion Santiago Bernabéu kostet zum Beispiel in dieser Saison 1.840 Euro, die preiswerteste Karte bei Leganes kostet nur 125 Euro. Macht einen Unterschied von Faktor 14.

Die teuersten Dauerkarten gibt es bei Real Madrid, Valencia, Sevilla, Espanyol und Barça – in dieser Reihenfolge. Die preiswertesten Karten verkaufen folgende Clubs: Granada, Celta Vigo, Alavés, Málaga und Las Palmas – überall in diesen Städten gibt es Dauerkarten für weniger als 200 Euro.

Der teuersten Karte von 1.840 steht die preiswerteste Karte mit 223 Euro gegenüber – das macht immerhin einen Unterschied von Faktor acht aus

Auch der größte Unterschied im Preis für eine Dauerkarte innerhalb eines Stadion eines einzelnen Clubs findet sich bei Real Madrid. Der teuersten Karte von 1.840 steht die preiswerteste Karte mit 223 Euro gegenüber – das macht immerhin einen Unterschied von Faktor acht aus. Auch hier steht Leganes aus der Vorstadt Madrids als Gegenbeispiel: Hier kostet die preiswerteste Karte 125 Euro, die teuerste aber nur 380 Euro.

Fakt ist, dass aber auch mit Dauerkarten der Eintritt für die Top-Spiele der Saison nicht immer gesichert ist. Viele Clubs nämlich haben für sich einen so genannten „Dia del Club“ reserviert. Im Klartext: Bei zwei Spielen der Saison, natürlich gegen Real Madrid und den FC Barcelona, behält sich der Club vor, einen Top-Zuschlag zu erheben. Das sieht dann meistens so aus: Auch die Inhaber von Dauerkarten stellen sich wieder vor den Kassenhäuschen an, um ihre Dauerkarte für dies besagten Spiele zu aktivieren. Denn nur, wer einen Zuschlag zahlt, bekommt ein Ticket für den jeweiligen Tag. So kann es passieren, dass in den Stadien kleinerer Clubs bei Spielen gegen Real oder Barca weniger Zuschauer im Stadion sind als normalerweise. Viele Fans sehen es nämlich nicht ein, einen Topzuschlag zu zahlen – um dann ihr Team in der Regel verlieren zu sehen.

Die Preise der teuersten und preiswertesten Dauerkarten der Clubs der spanischen Liga im Detail

Tipp für Frauen: In Osasuna, dem Club aus Pamplona, der nach einer bitteren, wenn auch kurzen Zeit in dieser Saison wieder in die Liga aufgestiegen ist, zahlen sie zehn Euro weniger pro Karte.

Hier die Preise der teuersten und preiswertesten Dauerkarten der Clubs der spanischen Liga im Detail:

Real Madrid: 1,840 Euro, 223 Euro

Valencia: 1.470 Euro, 166 Euro

Sevilla: 1.210 Euro, 315 Euro

Espanyol: 1.200 Euro, 250 Euro

Atletico: 1.030 Euro, 325 Euro

Barca: 1.097 Euro, 203 Euro

Athletic Bilbao: 937 Euro, 285 Euro

Villarreal: 950 Euro, 150 Euro

Malaga: 900 Euro, 195 Euro

Las Palmas: 855 Euro, 195 Euro

Betis Sevilla: 695 Euro, 225 Euro

Real Sociedad: 665 Euro, 240 Euro

Osasuna: 645 Euro, 245 Euro

Celta Vigo: 675 Euro, 160 Euro

Sporting Gijon: 595 Euro, 225 Euro

Deportivo La Coruna: 595 Euro, 180 Euro

Granada: 590 Euro, 150 Euro

Alaves: 535 Euro, 195 Euro

Eibar: 474 Euro, 209 Euro

Leganes: 380 Euro, 125 Euro

Die preiswerteste Dauerkarte beim FC Arsenal kostet stolze 1.334 Euro, Tottenham folgt mit 986 Euro, Liverpool mit 883 Euro

Dass die spanische Liga damit zu den preiswerten der europäischen Topligen gehört, zeigt ein Blick aufs Ausland. In England zum Beispiel sind Dauerkarten deutlich höher. Laut einem Bericht der Zeitung „Expansion“ kostet die preiswerteste Dauerkarte beim FC Arsenal stolze 1.334 Euro, Tottenham folgt mit 986 Euro, Liverpool mit 883 Euro, Chelsea mit 767 Euro und Manchester United mit 685 Euro. Selbst ein bescheidener Club wie  Everton verlangt auf der Insel noch 664 Euro. Und das, obwohl die Premier Division in dieser Saison den TV-Deal des Jahrhunderts abgeschlossen hat und rund 10 Milliarden Euro für die kommende drei Spielzeiten kassiert.

Wer in der Türkei Fenerbahce oder Galatasaray Istanbul sehen will, muss wenigstens 335 beziehungsweise 256 Euro auf den Tisch des Hauses blättern

Auch in Italien haben die Fans finanziell gesehen wenig zu lachen. Die preiswerteste Dauerkarte bei Juventus Turin beispielsweise kostet 500 Euro, mehr als doppelt so viel wie bei Real Madrid. Neapel verlangt 350 Euro, Lazio Rom 260 Euro, Florenz 250 Euro – auch diese Clubs verlangen damit also mehr als die Königlichen aus Madrid oder der FC Barcelona.

Dass andere Länder generell andere Sitten vorzuweisen haben, zeigt das Beispiel Portugal und Türkei. Beide Ligen in beiden Ländern gehören nicht wirklich zur Elite in der Welt. Und in Portugal kann man auch an den Preisen für die Dauerkarten spüren. Der FC Porto etwa vergibt seine preiswerten Dauerkarten schon für 130 Euro, Benfica sogar für 120 Euro.
Wer dagegen in der Türkei Fenerbahce oder Galatasaray Istanbul sehen will, muss wenigstens 335 beziehungsweise 256 Euro auf den Tisch des Hauses blättern. In der deutschen Bundesliga gehören solche Preise schon zu den Spitzensätzen. Bei Borussia Dortmund zahlen die Fans 207 Euro, beim Lokalrivalen aus Schalke 170 Euro. Und er Rekordmeister von Bayern München verlangt sogar nur 140 Euro für eine preiswerte Dauerkarte. Spitzenfußball inklusive.



Video Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=M6W2e8JMF6k / Text: Wilhelm Wagner

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