Glücksspielvertrag auf dem Prüfstand

Mann im Anzug spielt online PokerOnline-Glücksspiel soll zukünftig noch stärkeren Regulierungen unterliegen. Bildquelle: Stokkete – 282879974 / Shutterstock.com

Der Traum von zu Hause aus, einfach und bequem Geld zu gewinnen, ist beständig wie eh und je. Kaum eine Möglichkeit wirkt dabei so reizvoll wie das Online-Glücksspiel. Jedoch ist sich vor allem die Gesetzgebung uneinig darüber, wie die Regulierungen auszusehen haben, zumal sich die EU-Richtlinien und die deutschen Richtlinien in vielen Punkten gegenseitig widersprechen.

Sportwetten, Online-Casinos und Online-Poker, das virtuelle Online-Glücksspiel boomt trotzdem, das gilt vor allem für den nicht regulierten Markt:

  • Gesamtgewinne aus dem nicht regulierten, deutschen Online-Glücksspielmarkt: 3,4 Milliarden Euro
  • Gewinne aus dem Online-Sportwettenmarkt: 1,5 Milliarden Euro
  • Gewinne aus Online-Casinos und Online-Poker sind sogar noch höher

Neben China und den USA ist Deutschland damit ein regelrechtes Glücksspiel-Mekka und gehört damit zu den führendsten Nationen in diesem Bereich. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass vor allem in der Kategorie Fußball mitunter die größten Gewinne abfallen.

 

Verwirrende Rechtslage verhindert Regulierungen

Wo liegt also genau das Problem? Wir haben mit einem Experten von www.stargames.com gesprochen, der uns die wichtigsten Fragen noch einmal erörtert hat. Das Tochterunternehmen stargames-online.com, ist fester Bestandteil der Novomatic AG und bietet Slot Maschinen des Unternehmens an:

Die rechtliche Lage ist mehr als verschwommen. Zwar ist das reale Glücksspiel in Deutschland stark reguliert, diese Regulationen gelten allerdings nicht für den Online-Markt. Der aktuelle Glücksspielvertrag verbietet deutschen Unternehmen, ihren Kunden Online-Glücksspiele zur Verfügung zu stellen. Das Bundesland Schleswig Holstein hat sich jedoch vor Jahren schon gegen diese spezifische Rechtsprechung gewehrt und erarbeitete ein eigenes Recht, nach dem eine Vergabe von Online-Glücksspiel-Lizenzen in Deutschland möglich ist. Für 25 Online-Glücksspiel-Unternehmen wurde dieser Traum zur Realität (das sind fünf mehr als eigentlich erlaubt). Auch wenn sich Schleswig Holstein mittlerweile der geltenden Rechtsprechung gefügt hat, bleiben die Lizenzen für diese bereits etablierten Firmen weiterhin legal. Aber nicht nur das Glücks-, sondern auch das Verwirrspiel setzt sich über diese Gesetzgebung weiter fort:

Nach EU-Rechtsprechung gilt eine in einem EU-Land vergebene Lizenz auch in anderen EU-Ländern. Viele Firmen, die sich eine Lizenz auf Malta besorgt haben, dürfen diese also auch in Deutschland nutzen. Diese Tatsache haben sich natürlich eine nicht zu überblickende Anzahl an Unternehmen zu Nutze gemacht. Dem deutschen Staat entgeht allerdings ein Vermögen an Steuergeldern.

 

EU-Forderung nach neuen Regeln für das Online-Glücksspiel

Nach Deutschem Recht ist das Online-Glücksspiel also illegal, nach EU-Recht ist es wiederum legal, und eine deutsche Klage gegen potentielle Verbraucher darf das EU-Recht nicht brechen. Laut dem Deutschen Verband für Telekommunikation und Medien sei der Glücksspielstaatsvertrag gescheitert. Um den Verbraucher, der sich in diesem undurchsichtigen Dschungel zurechtfinden muss, zukünftig aber zu schützen, fordert nun auch die EU in Zusammenarbeit mit Glücksspielunternehmen und den einzelnen EU-Staaten neue Regulierungen. Diese sollen zu einer wirkungsvollen Alterskontrolle der Kunden beitragen, eine verantwortungsbewusste Werbung für Glücksspiel sichern, die Integrität der Wettanbieter weiter fordern, Spielsucht verstehen lernen, behandeln und verhindern sowie Wettbetrug und Geldwäsche unterbinden.

Wie diese Lösungsansätze aussehen sollen, ist noch nicht bekannt und der Entwicklungsprozess dieser Regulierungen kann sich noch über Monate, wenn nicht sogar über Jahre hinziehen.

 

Auch in Spanien boomt das Geschäft mit den Online-Wetten

Online-Casinos in Spanien verzeichneten 2014 einen Kundenzuwachs von 1.700.000 Spielern. Auch hier sind die Sportwetten am populärsten, gefolgt von Online-Poker und den klassischen Casino-Spiele, z.B. Automatenspiele, Black Jack oder Roulette. Diese Zahlen sind nicht unbedingt erstaunlich, denn die spanische Regulierungspolitik zeigt ein recht liberales Regelwerk, wenn es um Online-Glücksspiel geht:

Seit dem 1. Juni 2012 dürfen Unternehmen ohne entsprechender Lizenz keine Online-Glücksspiele mehr im Land bereitstellen. Allerdings werden spanische User, die Glücksspiel-Angebote in Anspruch nehmen wollen, in der Regel auf es. – Seiten weitergeleitet. Einzahlungen unterliegen somit keinen Beschränkungen mehr.



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