Fußball-WM in Russland: Spanien will wieder Weltmeister werden! „Adios, Deutschland“

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Weltmeisterschaft. Fußball. Endlich, sagen die meisten Menschen auf diesem Planeten. Jedenfalls in Spanien. Denn so viel Lust, den 2010 gegen Holland gewonnenen und schon 2014 wieder an Deutschland verlorenen WM-Titel zurück zu erobern, war selten. Spanien, so viel ist klar, sieht sich als eindeutiger Favorit auf den Sieg. Können ein 6-1 gegen Argentinien im jüngsten Test sowie die Tatsache, dass man in der Qualifikation Italien ausgeschaltet hat, denn wirklich irren?

Dass Isco gesetzt sein wird, ist wohl keine Diskussion

Fakt ist, dass Spanien zu alter Spielfreude zurückgefunden hat. Nachdem die letzten Jahr unter Vicente del Bosque und mit dem alternden Xavi auf dem Spielfeld etwas zäh verliefen, ist nach Xavis Abgang zu den Scheichs, wo er jetzt mit wahrhaft weltbewegenden Interviews glänzt, mit Isco von Real Madrid als Spielmacher frischer Wind im Spiel der Spanier. Dass Isco gesetzt sein wird, ist wohl keine Diskussion. Wer sich bei Real Madrid durchsetzt, kann wohl kaum in der Seleccion draußen bleiben. Immerhin werden dorthin auch Kicker berufen, die bei Real nur in der Reserve stehen – siehe Nacho.

Auf die Abwehr kommt es bei den Spaniern ohnehin nicht an

Und Dani Carvajal, der sich im Finale der Champions League eine muskuläre Verletzung zuzog, wird sogar verletzt mitgenommen. Er könnte sich ja erholen und zum Einsatz kommen. Die Message ist auch ein bisschen die folgende: Auf die Abwehr kommt es bei den Spaniern ohnehin nicht an – schließlich will man stürmen und viele Tore schießen. Und wenn es dennoch einmal brennt, hat man mit David de Gea, Sergio Ramos und Gerard Piqué genügend erfahrene Leute in der Hintermannschaft, die die Brände löschen können. Ob das gut geht?

Auch Spanien fängt bei null Punkten an“

Trainer Julen Lopetegui gibt dennoch Signale, vor dem Feiern des Titels erst einmal die Spiele abzuwarten. Der Coach locker: „Auch Spanien fängt bei null Punkten an.“ Damit es mehr werden, müssen Siege her. Das aber wird möglicherweise gar nicht so leicht, wie sich die Spanier das vorstellen. Gleich im ersten Spiel der Gruppe B geht es für Spanien am 15. Juni gegen Europameister Portugal.

Cristiano Ronaldo droht gleich im Auftaktspiel

Dort ist Cristiano Ronaldo Kapitän. Nicht nur, dass der Star Real Madrids die Spanier in- und auswendig kennt. Er will auch mit vielen Toren seine erneute Kandidatur für seinen sechsten Titel als Weltfußballer untermauern. Da er schon in der Champions League im Halbfinale gegen Bayern München sowie im Finale gegen Liverpool leer ausging, wird er sich bei der WM in Russland von seiner Schokoladenseite zeigen wollen.

Am 20. Juni kicken die Spanier dann gegen den Iran, was wohl leichter zu bewältigen sein dürfte. Läuft es trotzdem dumm, muss wohl am 25. Juni gegen Marokko eine gute Leistung her. So oder so scheint das Programm zu schaffen. Aber man weiß schließlich nie.

Sergio Ramos und Gerard Piqué: Ob das gut geht?

Unterm Strich sind die Spanier aber gut gerüstet. Mit David de Gea von Manchester United steht einer der besten Torleute der Welt zwischen den Pfosten. In der Abwehr werden Sergio Ramos und Gerard Piqué zwar hin und wieder ihre Stolperer produzieren, aber sie haben das Potential, mit Kopfballtoren ihre Scharten wieder auszuwetzen. Dass sie sich vor der WM und ja fast schon traditionell verbale Scharmützel liefern, weil Piqué die katalanische Unabhängigkeit verteidigt, Sergio Ramos aber als eingefleischter Spanier gilt, spielt keine Rolle. In der Seleccion harmonieren die beiden seit Jahren, lachen wohl hinter den Kulissen über ihre eigenen Twitter-Spitzen.  Insgesamt wird die Abwehr Spaniens aber stabil stehen.

Andres Iniesta steht vor seinem letzten, wirklich großen Turnier

Das Mittelfeld ist wie üblich die Gala-Abteilung. Isco, David Silva von Manchester City, Koke von Atletico Madrid, Sergio Busquets vom FC Barcelona sind normalerweise gesetzt. Läuft es gut für ihn, könnte auch Thiago von Bayern München zu Einsätzen kommen. Vorbei an Andres Iniesta wird er aber nicht kommen. Der Mann von Barca steht vor seinem letzten, wirklich großen Turnier.

Zur Erholung Sushi und Sake in Japan

Da er sich danach in Japan bei Sushi und Sake ausruhen kann, wird er versuchen, auf höchstem Niveau abzutreten. Er soll mit Isco zusammen das Spiel der Spanier gestalten und am liebsten auch noch die Tore schießen. Wie es geht, weiß Iniesta immerhin. Der Mann, der in seiner langen Karriere insgesamt weniger Tore schoss als Reals Verteidiger Sergio Ramos, machte 2010 die Spanier zum Weltmeister, als er gegen Holland das erlösende 1-0 in der Verlängerung schoss. Wovon sie in Spanien heute noch träumen.

Costa braucht lange Pässe, die er ins Tor kämpfen kann

Die Frage ist nur, wer vorne die Tore schießen soll, wenn sie nicht wie erhofft von ganz alleine fallen. Diego Costa ist gesetzt, aber der Mann von Atletico Madrid spielt längst nicht immer nur brillant. Vor allem dann, wenn der Ball durchs Mittelfeld der Seleccion rauscht, hat er manchmal mehr Probleme, dem Kombinationsrausch zu folgen als die gegnerischen Abwehrspieler. Costa braucht eben lange Bälle, die er ins Tor kämpfen kann. Tiki-Taka ist seine Sache nicht. Abwarten also.

Alvaro Morata muss zu Hause bleiben

Ansonsten gibt es mit Iago Aspas und Rodrigo Moreno zwei Leute, die in dieser Saison mit Celta Vigo bzw. dem FC Valencia gut aussahen – was sie allerdings bis dato nicht immer taten. Ob es für internationale Glanztaten reicht, muss sich zeigen. Auf Alvaro Morata, der beim FC Chelsea unter Vertrag steht, will Trainer Lopetegui jedenfalls verzichten. Sein Statement: „Er hätte es verdient gehabt, zur WM zu fahren, aber ich kann nicht alle mitnehmen. Solche Entscheidungen sind die schwersten, die ein Trainer treffen muss. Aber genau das ist mein Job.“

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