DSL, Anschluss in Spanien: Was sollten Auswanderer wissen?

DSL- Kabelanschlüsse in den Farben: Blau, Grün, Gelb, Pink, Rot5 farblich verschiedene DSL-Kabel Bildquelle: Take Photo - 88941103 / Shutterstock.com

Wer plant, nach Spanien auszuwandern oder zumindest dort zu überwintern, muss sich auch mit den vermeintlich kleinen Dingen des Alltags befassen – beispielsweise dem Internetanschluss. Prinzipiell ist DSL in etwa so gut ausgebaut, wie wir es hierzulande gewohnt sind; bei der schnellen Glasfasertechnik gibt es allerdings durchaus Engpässe. Worauf sollte geachtet werden?

DSL auch in ländlichen Regionen erhältlich

Grundsätzlich ähneln sich die Märkte für DSL in Deutschland und Spanien: Abgesehen von einigen „weißen Flecken“ auf der Landkarte ist beinahe überall DSL verfügbar – wenngleich nicht immer in hoher Geschwindigkeit. Etwa 99 % der Landesfläche werden mit relativ schnellem Internet versorgt; VDSL ist allerdings selten erhältlich. Zwar wird das spanische Netz derzeit in vielen Landesteilen mithilfe staatlicher Zuschüsse modernisiert, bis ein flächendeckendes Glasfasernetz zur Verfügung steht, dürften aber noch einige Jahre vergehen. Häufig werden Leistungen von bis zu 20 Mbit/s offeriert, von dem nur ein Bruchteil tatsächlich beim Endkunden ankommt. Die Erfahrung in Deutschland zeigt, dass bei der herkömmlichen Kupferleitung hier eine Leistungsgrenze erreicht ist. Immerhin: Für unter 20 Euro monatlich lässt sich bereits eine Flatrate buchen. Wer den Anschluss hauptsächlich zum Surfen verwendet, wird damit keine Schwierigkeiten haben. Beim Thema HD-Streaming sind allerdings in vielen Regionen Kompromisse notwendig. Als Alternative werden – wie auch in Deutschland – Verträge angeboten, die auf das LTE-Netz zurückgreifen. Hier ist die Datenrate zwar in der Tat ein wenig höher, dafür ist das Highspeed-Volumen beschränkt. Daraus ergibt sich, dass auch im 4G-Netz besser keine Videos abgerufen werden sollten.


In Deutschland häufig günstige VDSL-Tarif erhältlich

Im Vergleich hierzu zeigen sich die deutschen Anbieter ein leistungsfähiger: Der Vergleich von Netzsieger zeigt, dass viele Provider heute Leistungen von bis zu 400 Mbit/s im Angebot haben. Zumindest in den deutschen Großstädten gehören 50 Mbit/s heute zum Standard, in seltenen Fällen ist das maximale Downloadvolumen allerdings beschränkt. Selbst wenn nicht auf eine Glasfaserleitung zurückgegriffen werden kann, stehen immerhin noch bis zu 16 Mbit/s bereit. Dafür sind die Kosten üblicherweise ein wenig höher; 30 Euro monatlich sollten einkalkuliert werden. Ein weiterer Unterschied zwischen deutschem und spanischem DSL ist die verwendete Technik. Aufgrund unterschiedlicher Standards kann ein in Deutschland genutzter Router nicht in Spanien verwendet werden. Problematisch ist diese Tatsache nicht, denn die Provider stellen üblicherweise kostenfrei ein solches Gerät zur Verfügung.

Große Anbieterauswahl

Hinsichtlich der Anbieter gibt es durchaus eine große Auswahl, neben der in Deutschland ebenso aktiven Telefonica können auch bei ONO, Tele2, Orange und Movistar erhältlich. Nicht aufgezählt sind hierbei noch eine Reihe so genannter Reseller, die als Drittanbieter Internetverträge verkaufen. Wie auch in Deutschland sollte hier ein umfangreicher Vergleich der Tarife vor dem Vertragsabschluss erfolgen. Häufig werden weitere Leistungen wie beispielsweise eine Telefon-Flatrate angeboten. Außerdem haben die meisten Provider auch Mobilfunktarife im Sortiment, die sich manchmal mit dem DSL-Vertrag kombinieren lassen – was für weitere Vergünstigungen sorgt.

Fazit: Engmaschige Versorgung, geringe Bandbreite

Am Internetanschluss soll das Auswandern nach Spanien sicherlich nicht scheitern: Die Kosten fallen für deutsche Verhältnisse recht moderat aus, die Auswahl an Anbietern ist. Der insgesamt flächendeckende Netzausbau kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Netz eine Entwicklungsstufe hinter dem deutschen DSL-Standard hinterherhinkt. Glasfasernetze sind derzeit noch kaum ausgebaut, erst zögerlich nimmt Anbieter Moviestar das Glasfasernetz in einigen Ballungszentren im Betrieb. Immerhin sind dann Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s im Download und 30 Mbit/s verfügbar.

Bildquelle: Take Photo –  88941103 / Shutterstock.com



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