Deutsches Privatfernsehen im Ausland empfangen – so landen Pro7, Sat.1 und Co auf dem Bildschirm

deutsches FernsehenFotolia: #68855740 | Urheber: Piotr Adamowicz - Widescreen high definition TV screen with video gallery

Studenten, die ein Auslandssemester absolvieren, Urlauber oder international tätige Geschäftsleute, sie alle haben dasselbe Problem, möchten sie deutsches Fernsehen im Ausland genießen. Denn von öffentlich-rechtlichen bis privaten Fernsehsendern gilt die Sendelizenz lediglich für das deutsche Hoheitsgebiet. Dies bedeutet aber nicht, dass fernab von zu Hause auf die Lieblingsserie verzichtet werden muss. Mit wenig technischem Know-how und ganz legalen Mitteln erscheinen der Tatort und Polizeiruf 110 auch im Ausland auf dem Bildschirm.

Auch Pay-TV-Abonnenten gucken in die Röhre

Die Lizenzprobleme für deutsches Fernsehen im Ausland gelten derweil nicht nur für private und öffentlich-rechtliche Sender, selbst Pay-TV-Abonnenten haben keinerlei Möglichkeiten, das TV-Angebot, für das sie bezahlen, außerhalb Deutschlands wahrzunehmen.

Dies gilt insbesondere für US-amerikanische Spielfilme und Serien. Kunden des Pay-TV-Anbieters Sky beispielsweise müssen trotz laufenden Vertrags auf Serien wie „House of Cards“ oder „Game of Thrones“ verzichten. Die Europäische Union will dies nun nicht länger hinnehmen und eröffnete ein Kartellverfahren gegen die großen amerikanischen Filmstudios, die durch ihre Knebelverträge mit deutschen Pay-TV-Anbietern gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstoßen sollen.

Europäische Pay-TV-Sender, die ihre Sendeangebote Kunden nur national offerieren dürfen:Sky Deutschland (Deutschland)BSkyB (Großbritannien)

Canal Plus (Frankeich)

Sky Italia (Italien)

DTS (Spanien)

 

Grund zur Hoffnung gibt es allemal. Denn laut einem Gerichtsbeschluss des Europäischen Gerichtshof aus dem Jahr 2011 verstießen die zahlreichen Exklusivverträge, die vor allem Premier-League-Klubs aus der englischen Fußballliga mit TV-Sendern abgeschlossen hatten und welche die Vermarktung von Fußballspielen auf einzelne EU-Länder begrenzten, gegen das europäische Recht.

Mithilfe von VPN deutsche Fernsehsender im Ausland empfangen

Das Zauberinstrument, mit welchem deutsche Filme und Serien auch im Ausland angesehen werden können, lautet VPN. VPN steht für Virtual Private Network und ist eine Anwendung, die über Smartphones, Tablets und PCs gestartet werden kann.

Die besten VPN-Anbieter in der Übersicht

VPN-Dienst Vorteile
Hide My Ass!
  • Über 76.000 unterschiedliche IP-Adressen
  • Kompatibel zu Windows, MAC, iOS und Android
  • 4,73 Euro pro Monat im Jahresabo
CyberGhost VPN
  • 269 Server in über 23 Ländern
  • Für Windows, MAC, iOS sowie Android erhältlich
  • 4,16 Euro pro Monat im Jahresabo
IPVanish
  • Über 14.000 IPs aus über 50 Ländern
  • Verfügbar für Windows, Android und iOS
  • 4,69 Euro pro Monat im Jahresabo
Hotspot Shield VPN
  • IP-Adressen aus vier verschiedenen Ländern
  • Erhältlich für Windows, MAC, iOS und Android
  • 1,80 Euro pro Monat im Jahresabo

 

Mithilfe der Software ist es möglich, sogenannte GEO-Sperren zu umgehen, sodass deutsche Sender über TV-Streaming per Tablet oder Smartphone und Laptop auch außerhalb Deutschlands empfangen werden können. Möglich machen dies Server, die überall auf der Welt stationiert sind.

VPN-Nutzer verbinden sich über ein VPN-Protokoll zu einem Login-Server, der einem nach Aufbau des Tunnels eine neue IP-Adresse zuweist, sodass der eigentliche Standort verschleiert wird. Hierzulande werden die „Tunnel“, wie die privaten Netzwerke auch genannt werden, bereits eingesetzt, um gesperrte Youtube-Videos oder Stream-Dienste wie Netflix freizuschalten.

So werden VPN-Dienste für deutsche TV-Streamings gestartetDie Anzahl an VPN-Anbietern ist riesig. Viele offerieren eine meist 30-tägige Testphase, in welcher der Dienst kostenfrei getestet werden kann. Kostenlose Services sind meist nicht ausreichend. Hier wird das freie Datenvolumen meist auf 500 MB begrenzt, was zum Streamen von Serien und Filmen nicht ausreichend ist. VPN-Dienste schlagen durchschnittlich mit monatlichen Gebühren von vier bis sechs Euro zu Buche.1)     VPN-Dienst auswählen, herunterladen und Registrierung abschließen.

2)     Software starten, mit Benutzernamen und Passwort anmelden und im Dashboard nach Server-Standorten suchen.

3)     Hier einen deutschen Server auswählen und auf „Verbinden“ klicken.

4)     Nach der eingerichteten Verbindung surfen Nutzer mit einer deutschen IP-Adresse im Ausland und können über Streaming-Dienste im Internet auch deutsches Fernsehen empfangen.

VPN-Dienste bewegen sich derzeit im legalen Rahmen

Etwas dubios klingt dieses kleine technische Hilfsmittel durchaus. Gedanken müssen sich VPN-Nutzer derzeit aber nicht machen. Grund hierfür ist das Gesetz selbst, welches ausreichend Spielraum für den Tunnel-Service lässt.

Laut Urheberrecht ist es zwar verboten, technische Schranken zu umgehen, die zum Schutz des Urheberrechts eingerichtet wurden, bei einer Geo-Sperre handelt es sich jedoch um eine Proxy-Sperre, die zumindest laut Gesetzestext nicht als „technische Maßnahme zum Schutz des Urheberrechts“ definiert ist. Des Weiteren sind zur Nutzung des VPN-Dienstes nur wenige Mausklicks vonnöten, sodass in keinem Fall von technischer Manipulation gesprochen werden kann.

Mag wie Haarspalterei klingen, hat rechtlich aber Bestand. Bislang macht der Gesetzgeber zumindest keinerlei Anstalten, neue Gesetzesentwürfe anzufertigen, die gezielt auf die Nutzung von VPN-Diensten abzielt, sodass virtuelle private Netzwerke in der Tat als legal betrachtet werden dürfen.



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