Crowdinvesting in Europa- in diese Unternehmen können Sie im Oktober investieren

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Investitionen in Start-Ups sind seit jeher ein lukratives Geschäft, wenn man es denn beherzt und überlegt angehen lässt. So richtig bekannt wurden diese Investitionen um die Jahrtausendwende herum. Besonders der Technologiesektor aus den USA, hatte es den Investoren angetan. Dennoch, lukrativ bedeutet nicht gleichzeitig weniger Risiko.

Dass der quasi „Goldrausch“ nach Start-Up Aktien im Softwarebereich irgendwann man platzte, war nur eine Frage der Zeit. Die Unerfahrenheit bei der Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen, sowie die übermäßigen Erwartungen an den Sektor, ließen die DotCom Blase entstehen. Das Platzen der Blase bescherte jedoch auch den Weg in einen überlegteren Ansatz für Investments in Start-Ups.

Mit der Zeit kamen daher neue Ideen der Finanzierung auf den Markt. Die erste größere Crowdfunding Plattform wurde nach der Finanzkrise im Jahre 2009 gegründet und ermöglichte zunächst Investitionen in einzelne Projekte. Zur damaligen Zeit hatte man sich noch nicht erträumt, dass das Interesse für Mikroinvestments auch die Unternehmensfinanzierung im Ganzen erreicht. Das Crowdinvesting war geboren. Dessen Wachstum für die nächsten zwei bis drei Jahre, wird als sehr hoch eingeschätzt wird.

Crowdfunding

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Welches Risiko trägt Crowdinvesting?

Vor allem bereits etablierte Start-Ups sind meist diejenigen, die den Markt des Crowdinvestings vorantreiben. Also Unternehmen, dessen Geschäftsmodell sich bereits in einigen Segmenten oder Ländern bewiesen hat und die Chance auf weiteres Wachstum sehr aussichtsreich erscheint. Dagegen haben sich in den letzten Jahren vor allem Start-Ups, die von Grund auf neu anfingen als ein äußerst schlechtes Investment erwiesen. Das Magazin Capital warnt beispielsweise vor einer Pleitewelle in 2015 für das Segment. Die Berichte dazu sind hier zu finden.

Im Gegensatz dazu veröffentlichte die größte Crowdinvesting Plattform in der DACH-Region Companisto, erstmals Performance-Zahlen. Der Bericht, dessen Zeitraum auf die letzten drei Jahre zurückreicht macht deutlich, dass die Aussichten für den Markt gar nicht so schlecht aussehen, wie es das Magazin Capital nahelegt.

  • 38 Start-Ups wurden finanziert, davon nur 5 Insolvenzen.
  • Anstieg der gesamten Beteiligungen 15,32 % (23,24 % inkl. Wertzuwachs der Unternehmen)
  • Bestes Jahr: 2012
  • Durchschnittliche Jahresperformance eines Companisto-Portfolios: 8,5%

Weitere Informationen können unter anderem diesem Bericht entnommen werden.

Wie wird finanziert?

Dabei stehen den Unternehmen mehrere Wege frei, um so eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Zum einen über die stillen Beteiligungen, über Genussrechte sowie partiarische Darlehen. Letzteres war in der vergangenen Zeit besonders interessant, da partiarische Darlehen der strengen Regulierung für Vermögensanlagen nicht unterlagen. Es herrschte beispielsweise bis vor kurzem noch keine Prospektpflicht. Die lasche Regulierung stützte den Trend für das Crowdinvesting zusätzlich. Mit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes werden jedoch auch diese Formen nun strenger reguliert.

Eine neue Variante, die kürzlich von Companisto ins Anlagerepertoire aufgenommen wurde, ist der Venture Loan. Ursprünglich stammt die Finanzierungsart aus den USA, über die sich überwiegend Software Firmen für neue Projekte finanzierten. Aufgrund der Endfälligkeit des Darlehens, bietet der Venture Loan eine recht hohe Verzinsung. Somit eignet sich auch dieses Anlagevehikel vermehrt für bereits etablierte Start-Ups.

In welche Unternehmen kann Zur Zeit investiert werden?

Es sind vor allem sich im Wachstum befindende Unternehmen, die interessant für das Crowdinvesting erscheinen. Finanziert werden sollen zum Beispiel das Erschließen neuer Märkte oder der Ausbau des Service und des Kundenstammes. Auch Forschung und Entwicklung ist ein interessantes Feld.

Es gibt so einige Unternehmen, in die investiert werden kann. Die folgenden, sind nur einige der potentiellen Kandidaten.

Unternehmensname SAWADE
Anlageart Venture Loan
Investitionszeitraum bis 16.10.2015 (ohne Verlängerung)
Bisher investiert (Stand 29.09.2015) 527.000 €
Verzinsung 8 % p.a.

 

So steht zwar der Anbieter von Schokoladenpralinen Sawade für ein Investment über Companisto bereit. Die Zahlen sind allerdings noch verhalten mit einer positiven Aussicht. Laut dem Bericht der WirtschaftsWoche, verzeichnete das Unternehmen im letzten Jahr einen Verlust von 224.000 Euro. Immerhin konnte durch die Umsatzmärkte China und Japan eine Umsatzsteigerung von 30 % verbucht werden. Eine eingehende Analyse, sollte daher vor einem Investment nicht fehlen. Dennoch bei einem vorläufigen Funding-Maximum von 1 Mio. Euro hat SAWADE nun schon mehr als 50 % an Kapital eingesammelt.

Unternehmensname NoDNA
Anlageart Venture Loan
Investitionszeitraum bis 16.11.2015 (ohne Verlängerung)
Bisher investiert (Stand 29.09.2015) 125.000 €
Verzinsung 8 % p.a.

 

Vielversprechender sieht da schon das Unternehmen NoDNA aus. Der größte Online Fachhändler für Robotik-Anlagen hat sich in der Forschung und Entwicklung längst einen Namen gemacht. Zum Kundenstamm zählen um die 8.000 Kunden, darunter Forschungseinrichtungen aus der Raum- und Luftfahrtechnik. Gerade dieser Sektor gilt bei der langfristigen Kapitalanlage als stetig wachsend, auch die geringe Konkurrenz sollte zusätzliche Wachstumspotentiale bieten.

Weitere Kunden sind Universitäten sowie die Filmindustrie. Das Ziel des Unternehmens ist die Finanzierung des Ausbaus von Service und des Kundenstammes. Darüber hinaus soll nach Möglichkeit auch Mittel für die Entwicklung eines eigenen Roboterarms eingesetzt werden. Die Verzinsung für den Venture Loan liegt bei 8 %. Weitere Informationen bietet das Presseportal dazu hier.

Unternehmensname Kaahèe
Anlageart Nachrangdarlehen mit Gewinnbeteiligung
Investitionszeitraum bis 15.10.2015 (ohne Verlängerung)
Bisher investiert (Stand 29.09.2015) 396.000 €
Verzinsung 4,5 % p.a.

 

Über die Investmentplattform conda, findet zur Zeit eine Finanzierungsrunde für den österreichischen Anbieter des Lifestyle Drinks „Kaahèe“ statt. Über eine gewinnabhängige Beteiligung in Form eines Nachrangdarlehen, erzielt der Anleger neben der Gewinnbeteiligung eine jährliche Verzinsung von 4,5 %. Ein ausführlicher Bericht zum Investment findet sich auch auf der Seite des Anbieters conda.de. oder hier

Unternehmensname WEMOVO
Anlageart Nachrangdarlehen mit Gewinnbeteiligung
Investitionszeitraum bis 30.10.2015 (ohne Verlängerung)
Bisher investiert (Stand 29.09.2015) 66.000 €
Verzinsung/Gewinnbeteiligung 1 % p.a./ mindestens 0,0003125 % vom Unternehmenswert

 

Ein reines Start-Up Unternehmen ist dagegen der Anbieter von IT-Systemen für die Kommunikation zwischen Busunternehmen und Reisevermittlern WEMOVO, wie das Magazin omnibusrevue.de berichtete. Dabei soll das Unternehmen dazu beitragen, dass die verbesserte Infrastruktur zwischen den beiden Parteien zu erhöhten Umsätzen führt. Das Unternehmen wurde im Jahre 2014 gegründet und finanziert sich größtenteils über Provisionen sowie Lizenzgebühren für die Software und den Verkauf von Tickets über eine eigene Online-Plattform. Die Finanzierungsrunde läuft bereits seit dem 01. September auf companisto. Das Kapital soll den Ausbau von Vertrieb und IT ermöglichen.

Fazit- Crowdinvesting ist ein wachsender Markt

Der Markt für Crowdfinanzierungen und -Investments entwickelt sich gar nicht mal so schlecht. Vergleicht man den Markt mit dem für Mittelstandsanleihen, so fallen die Insolvenzen in den letzten Jahren deutlich geringer aus. Unberücksichtigt dabei bleibt jedoch die Größe des jeweiligen Marktes. Dennoch, geht man in diesem, wie auch in jedem Fall bei Investments bedacht vor, so sind die Renditen zumindest als Diversifikation zum bestehenden Depots durchaus als interessant anzusehen.

Zu unterscheiden ist das klassische Crowdinvesting, das sich vom Crowdfunding ableitet derweil von dem weiteren relativ neuen Trend der Analyse der Crowd. Fälschlicherweise wird auch dieser Ansatz mit „Crowdinvesting“ bezeichnet. Dabei geht es jedoch weniger darum eine einzelne Finanzierung auf die Beine zu stellen, sondern um die Bewertung von Aktien und anderen Wertpapieren auf Grundlage abgegebener Tips und Musterdepots, also ähnlich einer Sentimentanalyse. Aufbauend darauf lassen sich dann ganze Investmentfondstrategien umsetzen. Dieses Thema wird beispielsweise aktuell in der Wirtschaftswoche vorgestellt.

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