Bewegung in der spanischen Politik

Die spanische Bevölkerung hat scheinbar genug von den Fehlentscheidungen und der stagnierenden Wirtschaft und sehnt sich nach einer Partei, die endlich alles besser machen soll im gebeutelten Land. Ob die Protestpartei Podemos das schaffen kann, bleibt fraglich, doch scheinen die Hoffnungen groß. Laut aktuellen Umfrageergebnissen hätte die jungen Partei nämlich ganz klar den Kopf vorn bei anstehenden Wahlen. Das ist für Beobachter umso überraschender, da die Partei erst vor acht Monaten gegründet wurde, also keine sehr lange Geschichte hat.

Nun lehrt sie der regierenden Volkspartei und den oppositionellen Sozialisten das Fürchten. Ob das am Namen allein liegt? Podemos bedeutet nämlich übersetzt so viel wie „Wir können“, ein Protestruf an das spanische Volk, die eigenen Probleme endlich selbst in die Hand zu nehmen und aus dem Wirtschaftsloch herauszutreten.

Umfrageergebnisse machen nachdenklich

Die Zahlen der vom Institut Metroscopia durchgeführten Befragung für die Tageszeitung „El Pais“ sprechen Bände. Demnach wollen 27,7 Prozent Podemos an der Spitze sehen, knapp dahinter landen mit 26,2 Prozent die oppositionellen Sozialisten. Schlusslicht bildet die konservative Volkspartei mit gerade einmal 20,7 Prozent der Stimmen. Diese Ergebnisse sind natürlich noch keine endgültige Entscheidung zum Regierungswechsel. Sie spiegelt vielmehr die aktuelle Gemütsverfassung der spanischen Bevölkerung wieder und zeigt, wie unzufrieden die mit der derzeitigen Partei und ihren Entscheidungen sind. 

Kritik an Parteiprogramm

Trotzdem gibt es für die neue Partei Podemos auch kritische Stimmen. Viele der Befragten sehen dahinter noch kein wirkliches Konzept, vermissen konkrete Ideen für einen wirtschaftlichen Umschwung und können sich deshalb mit dem Parteiprogramm nur schwer identifizieren. Hier steht der Partei also noch viel Arbeit ins Haus, um ein Programm auf die Beine zu stellen, was die Wähler überzeugen kann und welches nicht als unrealistisch eingestuft wird. Noch ist Zeit, denn die nächsten Parlamentswahlen stehen erst für das nächste Jahr an. 



Bild: © Bizoon | Dreamstime.com / Text: SAZ