Pleite-Spanien investiert in Weltjugendtag: "100 Millionen Euro für Papst Benedikt"
Angesichts der gigantischen Pläne zum Weltjugendtag in Madrid regt sich in Spanien Widerstand - auch gegen den Besuch des Papstes.
"Wir organisieren keinen Anti-Papst-Protest, wir verteidigen den säkularen Staat, der öffentliches Geld nicht zum Nutzen einiger Weniger ausgeben sollte", sagt Evaristo Villar, Sprecher der fortschrittlichen katholischen Jugendorganisation Christliche Netze.
Spanien fällt es schwer, sich von einer anderthalb Jahre dauernde Rezession zu erholen, die 2008 begann. Die Arbeitslosigkeit stieg auf zuletztüber 20 Prozent, die Regierung beschloss drastische soziale Einschnitte, um die hohe Neuverschuldung des Staates abzubauen.
Die Kritiker schätzen die Kosten für Spanien auf mehr als 100 Millionen Euro. Die Veranstalter halten dem entgegen, die Kosten für die Veranstaltungen
würden zu 80 Prozent durch Gebühren der Teilnehmer gedeckt. Für den Rest kämen große Unternehmen auf. So bauten etwa zwei spanische Baukonzerne das Luftwaffen-Gelände um.
Die Regierung erklärte den Weltjugendtag allerdings zu einer Veranstaltung besonderen öffentlichen Interesses - weshalb die Firmen ihre Spenden von der Steuer absetzen können, was ebenfalls auf Protest stieß. Die Veranstalter argumentieren aber auch, die über eine Million Besucher würden 100 Millionen Euro in die spanische Wirtschaft pumpen. (AFP, SAZ)
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Bild: wikipedia / Text: SAZ







