Neuwahlen wecken Regierung auf: "Jugend-Arbeitslosigkeit wird nationale Priorität"


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Wilhelm Wagner 
- 27.08.2011

Neuwahlen wecken Regierung auf: "Jugend-Arbeitslosigkeit wird nationale Priorität"
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Die Neuwahlen im November rücken näher, die spanische Regierung wird aktiv. Gerade noch rechtzeitig oder viel zu spät?



Die Sozialisten haben jetzt eine Arbeitsmarktreform verabschiedet, mit der die vor allem unter jungen Leuten weit verbreitete Arbeitslosigkeit bekämpft werden soll.

Zu den Neuerungen gehöre die Regelung, dass befristete Arbeitsverträge künftig nicht mehr nach zwei Jahren automatisch in einen unbefristeten Vertrag umgewandelt werden, sagte Arbeitsminister Valeriano Gómez. "Wir haben lieber einen befristeten Beschäftigten als einen Arbeitslosen", sagte der Minister.

Damit bezog er sich auf Klagen gerade junger Arbeitnehmer, denen Unternehmen nach einem befristeten Vertrag zu Beginn ihrer Karriere häufig kündigen, um höheren Kosten zu entgehen.

Speziell zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit beschloss das Kabinett des sozialistischen Regierungschefs José Luis Rodríguez Zapatero für 16- bis 25-Jährige ohne Ausbildung einen speziellen Arbeitsvertrag, der ihnen ein Viertel der Zeit für ihre Fortbildung zugesteht.

Der ein- bis zweijährige Arbeitsvertrag ist an die duale Ausbildung in Deutschland angelehnt. Unternehmen, die junge Leute zu diesen Bedingungen einstellen, müssen im Gegenzug keine Sozialabgaben für den betreffenden Arbeitnehmer zahlen. Regierungssprecher José Blanco hob hervor, die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sei eine "nationale Priorität".

Die Arbeitslosenrate in Spanien ist bis zum zweiten Quartal 2011 auf den Rekordwert von 20,89 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert innerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die Arbeitslosenrate bei den unter 25-Jährigen in Spanien beträgt sogar über 45 Prozent. Wegen dieser Entwicklungen war die Bewegung der "Indignados" ("Empörten") entstanden, die in den vergangenen Wochen landesweit Proteste organisierte. Wegen der Wirtschaftskrise hatte Zapatero Ende Juli die Parlamentswahlen auf den 20. November vorverlegt.



Schlüsselwörter: Deutschland Regierung Sozialisten Arbeitslosigkeit Zapatero Spanien
Bild: / Text: SAZ/dpa




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