Vom Franco-Jäger zum Gejagten: "Gürtel" bringt Richter Garzón auf die Anklagebank
Spaniens berühmtester Richter muss sich wegen des Vorwurfs der Rechtsbeugung vor dem Obersten Gerichtshof verantworten.
Der Jurist
ist angeklagt, weil er bei seinen Ermittlungen zu einem
Korruptionsskandal die Gespräche zwischen Verdächtigen und deren
Anwälten abhören ließ. Es geht dabei um den medienträchtigen Skandal der Comunidad Valenciana, der unter dem Namen "Caso Gürtel" bekannt ist. Es geht um Anzüge für den ehemaligen Präsidenten der Comunidad, Francisco Camps, um Gefälligkeiten, Geschenke und vieles mehr. Bei einer Verurteilung droht Garzón das Ende
seiner Richterkarriere.
Der 56-Jährige hatte weltweit wegen seiner Ermittlungen gegen
Militärherrscher in Lateinamerika Anerkennung erhalten. In der
kommenden Woche wird in Madrid ein zweiter Prozess gegen den Richter
eröffnet. Dabei geht es um Garzóns Ermittlungen zu den Verbrechen der
Franco-Diktatur (1939-1975) in Spanien. Die Verteidigung
fordert in beiden Verfahren Freisprüche für den Juristen.
Schlüsselwörter: Spaniens Madrid Valencia Baltasar Garzon Caso Gürtel Francisco Camps
Bild: Wikipedia / Text: dpa







