Katalonien feiert letzten Stierkampf! "Wir sind jetzt Toreros im Untergrund"
Wenn SerafÃn MarÃn an diesem Sonntag beim Stierkampf in Barcelona dem letzten von sechs Stieren den Todesstoß versetzt, geht eine Epoche zu Ende.
Danach wird es in Katalonien, der wirtschaftsstärksten, aber auch am meisten verschuldeten Region Spaniens, keine Stierkämpfe mehr geben.
Die Fiesta in der Arena «La Monumental» ist die letzte der diesjährigen Saison. Danach tritt am 1. Januar 2012 das Stierkampfverbot in Kraft, dass das katalanische Parlament vor gut einem Jahr für die Region in Nordostspanien verabschiedet hatte.
"Ich bin sehr traurig, wenn ich daran denke, dass ich den letzten Stier in der Arena von Barcelona töten werde", sagte der Torero, der selbst aus Katalonien stammt, der Zeitung «El Mundo». "Ich werde mich künftig wie ein Verfolgter fühlen, wie ein Torero im Untergrund, der in seiner Heimat seinen Beruf nicht ausüben darf."
Tierschützer hatten das Verbot des blutigen Spektakels damals als einen großen Erfolg gefeiert. Allerdings hatten die Parlamentarier damals nicht allein an das Wohl der Tiere gedacht.
Es spielten auch andere Motive eine Rolle. Katalanische Nationalisten betrachten den Stierkampf als etwas typisch Spanisches und lehnen die Fiesta auch aufgrund antispanischer Ressentiments ab.
Zudem nahm das Parlament die umstrittene Tradition der «Correbous» von dem Verbot ausdrücklich aus. Dabei handelt es sich um Stiertreiben, die auf Volksfesten in bestimmten katalanischen Gemeinden stattfinden und bei denen Stiere auf verschiedene Weise gepiesackt werden.
Im Grunde war der Stierkampf in Katalonien aber bereits tot, bevor er verboten wurde. Die Arena in Barcelona war zuletzt die einzige in der Region, die noch in Betrieb war. Die 18 000 Plätze waren bei Kämpfen zumeist nicht einmal zu einem Drittel gefüllt. Andere Städte wie Gerona, Figueras oder Lloret de Mar ließen ihre Arenen schon vor Jahren abreißen, weil sich kaum jemand für die Kämpfe interessierte.
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Bild: Wikipedia / Text: SAZ/dpa
Jedes Jahr werden alleine in Spanien über 40.000 Stiere getötet. Die Stierkampf-Industrie erhält schätzungsweise etwa 530 Millionen Euro an Subventionen von der EU. Ohne diese Mittel könnte das blutige Spektakel gar nicht stattfinden. Noch bevor die Tiere die Arena betreten, werden sie mit Elektroschocks traktiert. Oft verabreicht man ihnen Abführmittel und in ihre Augen wird Vaseline gerieben, um ihre Sehkraft zu trüben. In der Arena angekommen werden sie mit Lanzen und Speeren verletzt und gequält. Nach der grausamen Prozedur versucht schließlich der „Matador“, die geschwächten und panischen Tiere mit seinem Schwert zu töten. Oft genug verfehlt der Matador das Rückenmark und das Sterben dauert qualvoll lange.







