FC Barcelona: Kann Ernesto Valverde das Katalanen-Schiff wieder flott machen?

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Die abgelaufene Saison war für den FC Barcelona einigermaßen traumatisch: Erzfeind Real Madrid gewann nicht nur die spanische Meisterschaft. Sondern zu allem Unglück auch noch die Champions League. Zum zweiten Mal in Serie, was noch kein Club jemals geschafft hatte. Dass es ausgerechnet Real Madrid tat, hat den Katalanen besonders weh getan.

Dass Cristiano Ronaldo dabei auch noch beim 4-1 im Finale gegen Juventus Turin einen Doppelpack schaffte, wo Barcas Lionel Messi zuvor im Viertelfinale in zwei Spielen nicht einen Treffer gegen die Italiener zustande brachte? Fast schon eine Anekdote. Genau wie die Tatsache, dass Luis Enrique nicht mehr Trainer bei Barcelona ist, sondern ein Mann namens Ernesto Valverde. Große Titel hat der bodenständige Spanier noch nicht gewonnen, wenn er auch in Griechenland schon Meister und Pokalsieger mit Piräus wurde. Ob er die großen Titel jetzt endlich in Barcelona feiern kann? Mit Bilbao, wo er zuletzt gearbeitet hat, reichte es diesmal immerhin zum Einzug in die Europa League – wenn auch nur deshalb, weil Barca den Pokal gewann und Bilbao so als Tabellensiebter in die Wertung rutschte. Dass er als ehemaliger Spieler die Gemengelage von innen kennt, mag helfen. Vielleicht aber auch nicht. So oder so ist Valverde nicht unbedingt als Himmelsstürmer bekannt, wählt im Zweifel eher die konservative Lösung. Vielleicht hilft ja das. Denn Spötter sagen ohnehin, dass der Trainer des FC Barcelona vor allem eins tun muss: Leo Messi, der sich in diesem Sommer in Ibiza von den Strapazen des vielen Kickens erholte, nicht im Weg stehen.

Schlägt Valverde ein? Kann Messi weiter so gut spielen wie in den vergangenen Jahren?

Wohin die Reise geht und worauf man beim FC Barcelona in der kommenden Saison also wetten sollte, weiß derzeit niemand. Schlägt Valverde ein? Kann Messi weiter so gut spielen wie in den vergangenen Jahren? Derzeit ist ja nicht einmal sicher, ob der spanische Nationalheilige Andres Iniesta weiter für Barca Fußball spielen wird. Denn die kommende Saison endet mit der WM 2018 in Russland, wo Iniesta noch einmal, vermutlich zum letzten Mal, für Spanien spielen will. Da wird es ihm wenig helfen, davor so oft auf der Bank zu schmoren wie unter Luis Enrique. Wie Insider sagen, wird Iniesta mit seiner schon lange erwarteten Vertragsverlängerung also möglicherweise abwarten, ob Valverde öfter auf ihn setzt. Ein Abgang selbst im Januar scheint im gegenteiligen Fall nicht ausgeschlossen, Iniestas Vertrag läuft sowieso 2018 ab. Natürlich sagt Iniesta selbst: „Logisch wäre, wenn ich meinen Vertrag verlängern würde.“ Aber Edeljoker will er auch nicht sein. Und die angeblichen Flirts der Katalanen mit Marco Verratti von Paris Saint Germain werden ihm auch zu denken geben. Sollte man also auf eine harmonische Ehe zwischen Iniesta und Barca auch in Zukunft wetten? Vielleicht doch lieber nicht zu viel Einsatz wagen.

Weil die vergangene Saison als Trostpreis ja aber auch immerhin noch die Copa del Rey gegen Alaves brachte, darf Barca die Saison offiziell mit dem spanischen Supercup eröffnen…

Umso gespannter werden die Fans und Wetter deshalb vor der nächsten Saison auf die Vorbereitung Barcas schauen. Die Elf von Valverde wird im Rahmen des International Champions Cup unter anderem in den USA auf Juventus Turin (22. Juli in New York), Manchester United (26. Juli in Washington) und Real Madrid (29. Juli in Miami) treffen. Weil die vergangene Saison als Trostpreis ja aber auch immerhin noch die Copa del Rey gegen Alaves brachte, darf Barca die Saison offiziell mit dem spanischen Supercup eröffnen. Natürlich gegen Meister Real Madrid.

Der traditionelle Gamper-Cup gegen Chapecoense, wo wie immer der komplette Kader vorgestellt wird, fällt unter die Rubrik Freundschaftsspiel

Die erste Partie wird am 12./13. August ausgetragen, das Rückspiel dann am 15./16. August. Schon da wird sich zeigen, ob Barca in der kommenden Saison wettbewerbsfähig sein wird. Der traditionelle Gamper-Cup gegen Chapecoense, wo wie immer der komplette Kader vorgestellt wird, fällt dagegen unter die Rubrik Freundschaftsspiel, der Termin steht derzeit noch nicht fest.

In der Attacke stehen die Superstars: Lionel Messi, Neymar und Luis Suárez

Der aktuelle Kader sieht beim FC Barcelona so aus: Mar-André ter Stegen und Jasper Cillessen im Tor, davor die Verteidiger Aleix Vidal, Gerard Piqué, Javier Mascherano, Jeremy Mathieu, Umtiti, Jordi Alba und Lucas Digne. Das Mittelfeld besteht aus Sergio Busquets, Andres Iniesta, Arda Turan, Ivan Rakitic, André Gomes, Rafinha, Sergi Roberto und Denis Suárez. In der Attacke stehen die Superstars: Lionel Messi, Neymar und Luis Suárez, dazu Paco Alcácer.

Kein Geheimnis ist, dass Barca auf der Suche nach einem guten Innenverteidiger, Rechtsverteidiger und Mittelfeldspieler ist

Wer davon auch tatsächlich in die kommende Saison gehen wird, ist unklar. Wetten werden gerne angenommen. Insider sagen, dass Vidal, Mathieu, Digne und Turan gute Karten haben, den Klub verlassen zu müssen. Sie haben schon in der vergangenen Saison nicht überzeugen können. Keine guten Referenzen also. Und kein Geheimnis ist, dass Barca auf der Suche nach einem guten Innenverteidiger, Rechtsverteidiger und Mittelfeldspieler ist. Auch der zuletzt verletzte Rafinha wird es nicht leicht haben, im Kader zu bleiben. Um alle Neuzugänge bezahlen zu können, sollten sie denn prominent sein und entsprechend teuer, müssen wohl so oder so aktuelle Spieler verkauft werden.

Paco Alcacer schoss zwar einige Tore, vergab aber noch mehr Chancen – wenn er denn überhaupt welche bekam

Spekuliert wird auch, ob sich die größtenteils enttäuschenden Neuzugänge der vergangenen Saison etablieren werden. André Gomes durfte unter Luis Enrique zwar oft spielen, tat dies aber selten gut. Die Presse in Barcelona bedachte ihn zwischenzeitlich mit recht bösen Worten. Auch Digné zeigte selten, dass er ein adäquater Ersatz für Jordi Alba sein kann. Paco Alcacer schoss zwar einige Tore, vergab aber noch mehr Chancen – wenn er denn überhaupt welche bekam. Nur Umtiti entpuppte sich in der zentralen Abwehr als echte Verstärkung.

Barca kann derzeit die Ausbeute seines besten Spieler nicht in wichtige Titel ummünzen – die holt Real Madrid mit Cristiano Ronaldo

Zweifler befürchten schon jetzt, dass es auch in der kommenden Saison wie so oft auf Lionel Messi ankommen wird. Obwohl der auch in der abgelaufenen Spielzeit besser traf als jeder andere Stürmer in Europa. Fakt ist aber auch: Barca kann derzeit die Ausbeute seines besten Spieler nicht in wichtige Titel ummünzen. Die holt Real Madrid mit Cristiano Ronaldo. Ob sich daran kurzfristig etwas ändern wird, ist die große Frage.



Video Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=KU_W1sdRcJY / Text: Wilhelm Wagner

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